
Wir setzen mit Hilfe unserer Stadtratsfraktion die Themen, die dich im Alltag betreffen, konkret auf die politische Agenda und arbeiten daran, Lösungen für Erftstadt umzusetzen. Von A bis Z haben wir die wichtigsten Politikfelder kompakt für dich zusammengestellt.
Hier findest du, woran wir arbeiten, welche Herausforderungen wir sehen und welche Ansätze wir für Erftstadt in den kommenden Jahren verfolgen. Die Inhalte werden regelmäßig ergänzt und weiterentwickelt, weil sich Anforderungen verändern und Politik darauf reagieren muss.
Klick dich gerne durch die einzelnen Themenbereiche und verschaffe dir einen Überblick.
Wenn dir ein Thema fehlt oder du Fragen hast, melde dich gerne bei uns. Deine Hinweise und Ideen helfen dabei, Erftstadt gemeinsam weiterzuentwickeln und zukunftssicher zu gestalten.
A
Arbeit
Arbeitsplätze entstehen in erster Linie durch Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklung, die von vielen übergeordneten Faktoren abhängen. Die Möglichkeiten einer Kommune sind daher begrenzt, dennoch kann sie durch gezielte Maßnahmen die Rahmenbedingungen aktiv gestalten und verbessern.
Ein entscheidender Hebel ist die Entwicklung und Vermarktung attraktiver Gewerbeflächen sowie eine aktive Wirtschaftsförderung, die Betriebe bei Ansiedlung und Erweiterung unterstützt. Gleichzeitig können Kommunen durch gute Infrastruktur, schnelle Genehmigungsverfahren und die Vernetzung von Wirtschaft, Bildung und Verwaltung dazu beitragen, den Standort zu stärken. Auch die Förderung von Start-ups, neuen Arbeitsformen und lokalen Netzwerken spielt eine zunehmend wichtige Rolle.
Andere Kommunen zeigen, dass sich wirtschaftliche Potenziale durch gezielte Strategien schneller und effektiver erschließen lassen. Gewerbetreibende in Erftstadt sind die Basis für eine stärkere Finanzkraft der Stadt und für gute Arbeitsplätze vor Ort. Deshalb ist es wichtig, gezielt in Bildung, nachhaltige Infrastruktur und die Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft zu investieren. Unternehmen, Start-ups und Bildungseinrichtungen sollten enger vernetzt werden, um neue Chancen für Ausbildung, Fachkräftegewinnung und Beschäftigung zu schaffen.
Dabei gilt: Gute Arbeit bedeutet auch faire Bedingungen. Prekäre Beschäftigung und Ungleichbezahlung werden abgelehnt. Betriebe, die Aus- und Weiterbildung fördern und langfristige Perspektiven bieten, sollten bei Neuansiedlungen besonders berücksichtigt werden. Zudem muss die Weiterbildung und Qualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gemeinsam mit der ansässigen Wirtschaft weiter gestärkt werden.
So kann Erftstadt seine wirtschaftlichen Potenziale besser nutzen, die lokale Wirtschaft stärken und gute Arbeitsplätze für die Menschen vor Ort sichern.
Ärzte
Ärzte sind ein zentraler Bestandteil der wohnortnahen Gesundheitsversorgung. Sie gewährleisten die medizinische Grund- und Regelversorgung, übernehmen präventive Aufgaben und sichern die kontinuierliche Betreuung von Patientinnen und Patienten. Eine ausreichende Verteilung von Haus- und Fachärzten ist entscheidend, um kurze Wege, zeitnahe Termine und eine verlässliche Versorgung für alle Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten. Besonders in unseren kleineren Stadtteilen führt ein Mangel an ärztlichen Angeboten zu strukturellen Nachteilen und erschwert den gleichberechtigten Zugang zu medizinischer Versorgung. Dies gilt es zu verhindern.
Auto
Das Auto bleibt ein zentraler Bestandteil der Mobilität, viele Menschen insbesondere in einer Flächenkommune bleiben darauf angewiesen. Ziel ist es, die Infrastruktur leistungsfähig zu halten, Verkehrsflüsse zu verbessern und Wohngebiete zu entlasten. Gleichzeitig soll die Mobilität zukunftsfähig gestaltet werden, etwa durch den Ausbau moderner Straßen und Ladeinfrastruktur für E Mobilität.
B
Bauen
Bezahlbarer Wohnraum wird in allen Stadtteilen dringend benötigt und ist eine der zentralen sozialen Fragen in Erftstadt. Wohnen muss für alle Menschen erreichbar und bezahlbar bleiben, unabhängig von Einkommen oder Lebenssituation. Angesichts des anhaltenden Mangels an Wohnraum kommt der aktiven Steuerung durch Politik und Verwaltung eine besondere Bedeutung zu. Instrumente wie die Bauleitplanung sowie die Arbeit der Stadtentwicklungsgesellschaft Erftstadt (SEB) spielen dabei eine wichtige Rolle, um Wohnprojekte gezielt zu entwickeln und bestehende Potenziale zu nutzen. Klare Rahmenbedingungen wie ein angemessener Anteil geförderter Wohnungen, langfristige Mietbindungen und die Förderung energieeffizienten Bauens sind entscheidend. Ergänzend tragen neue Wohnformen und gut angebundene, lebenswerte Quartiere dazu bei, die Wohnsituation nachhaltig zu verbessern.
Bauland
Eine vorausschauende Baulandentwicklung ist entscheidend, um den Bedarf an Wohnraum in allen Stadtteilen langfristig zu decken. Dabei kommt es auf eine angemessene und bedarfsgerechte Ausweisung neuer Flächen an, die sowohl Wachstum ermöglicht als auch bestehende Strukturen berücksichtigt. Aktuelle Entwicklungen wie das Baugebiet Lechenich Nord-West und die Planungen am Ville-Campus in Liblar sind dabei ein Anfang.
Moderne Baugebiete müssen heute mehr leisten als reine Flächenausweisung. Zeitgemäße Bebauungspläne schaffen die Grundlage für eine ausgewogene Mischung aus Geschosswohnungsbau und Einfamilienhäusern, ergänzt durch innovative Wohnformen wie Tiny-Haus-Siedlungen. Ziel ist es, vielfältige Wohnangebote zu schaffen, unterschiedliche Lebensentwürfe zu berücksichtigen und gleichzeitig nachhaltige, gut angebundene und lebenswerte Quartiere zu entwickeln.
Barrierefreiheit
Barrierefreiheit muss im gesamten Stadtgebiet konsequent umgesetzt werden, damit alle Menschen ihren Alltag selbstständig, sicher und ohne Einschränkungen gestalten können. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe, insbesondere für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Familien mit Kindern. Dafür braucht es sowohl bauliche Maßnahmen wie stufenlose Zugänge, abgesenkte Bordsteinkanten und taktile Leitsysteme als auch barrierefreie Mobilitätsangebote im öffentlichen Nahverkehr, sichere Wege und gut erreichbare Haltestellen. Ebenso wichtig sind barrierefreie Wohnungen, moderne Kitas und inklusive Spielplätze.
Bäder
Bäder sind ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und erfüllen wichtige Funktionen für Freizeit, Gesundheit und Bildung. Sie sind zentrale Orte für den Schwimmunterricht, den Vereinssport und die individuelle Bewegung und damit entscheidend dafür, dass insbesondere Kinder sicher schwimmen lernen. Gleichzeitig bieten sie Vereinen und Schulen verlässliche Rahmenbedingungen für Training und Ausbildung.
Angesichts dieser Bedeutung kommt der Erhalt und die Weiterentwicklung der Bäderinfrastruktur eine zentrale Rolle zu. Dazu gehören die Sanierung bestehender Anlagen ebenso wie tragfähige Lösungen für notwendige Neubauten. In Erftstadt betrifft das insbesondere das Freibad in Kierdorf sowie die Bädersituation in Lechenich, wo zeitnah Entscheidungen zur Sanierung des Freibades und zum Neubau eines Hallenbades erforderlich sind. Ziel ist eine moderne, verlässliche und langfristig tragfähige Bäderlandschaft, die den heutigen Anforderungen an Sicherheit, Barrierefreiheit und Nutzung gerecht wird.
Bildung
Bildung umfasst alle Lernprozesse von der frühkindlichen Förderung über die schulische Bildung bis hin zur Erwachsenenbildung und dem lebenslangen Lernen. Sie ist Grundlage für persönliche Entwicklung, berufliche Perspektiven und gesellschaftliche Teilhabe. Entscheidend sind dafür gute Rahmenbedingungen vor Ort: moderne und gut ausgestattete Schulgebäude, zeitgemäße digitale Infrastruktur, ein sauberes und sicheres Lernumfeld sowie ein bedarfsgerechtes Angebot unterschiedlicher Schulformen. Ebenso wichtig sind verlässliche Betreuungsangebote und gut ausgestattete Kitas als Einstieg in die Bildungsbiografie.
Zur Erwachsenenbildung leisten Einrichtungen wie die Volkshochschule (VHS) einen wichtigen Beitrag. Sie bieten vielfältige Angebote zur Weiterbildung, Qualifizierung und persönlichen Entwicklung und ermöglichen es, auf Veränderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft zu reagieren. Gleichzeitig stärken neue Bildungs- und Forschungsstandorte die Attraktivität des Bildungsstandorts Erftstadt. Dazu zählen insbesondere die Ansiedlung der Hochschule des Bundes sowie das Center for Innovation with Nature (CEIN) der TH Köln.
Ziel ist es, allen Menschen in Erftstadt, unabhängig vom Alter, gute Bildungschancen zu bieten und Bildung als durchgängigen Prozess im gesamten Lebensverlauf zu stärken.
Bus
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) umfasst Bus- und Bahnangebote, die eine zentrale Rolle für Mobilität, Teilhabe und Klimaschutz spielen. Eine leistungsfähige Infrastruktur zeichnet sich durch verlässliche Taktungen, gute Vernetzung und eine flächendeckende Erreichbarkeit aus. Dafür braucht es dichtere S-Bahn-Taktungen auf der Verbindung zwischen Köln und Euskirchen, schnelle Anbindungen an wichtige Knotenpunkte wie die Bahnhöfe in Horrem und Brühl sowie ein gezieltes Schnellbuskonzept für überörtliche Verbindungen.
Gleichzeitig ist es wichtig, auch kleinere Ortsteile besser einzubinden. Flexible Angebote wie Rufbusse können hier eine entscheidende Ergänzung sein, um Versorgungslücken zu schließen und Mobilität für alle zu gewährleisten. Ziel ist ein Nahverkehrssystem, das zuverlässig, gut abgestimmt und für alle Generationen nutzbar ist.
Bücherei
Büchereien sind zentrale Bestandteile der kommunalen Bildungs- und Kulturinfrastruktur. Sie bieten Zugang zu Wissen, fördern Lesekompetenz und schaffen Räume für Austausch und Begegnung. Entscheidend sind dabei gute Erreichbarkeit, verbesserte und verlässliche Öffnungszeiten sowie moderne Konzepte, die auch digitale Angebote einbeziehen. Veranstaltungen und Formate speziell für Kinder und Jugendliche tragen zusätzlich dazu bei, Büchereien als lebendige Orte zu stärken.
In Erftstadt besteht ein starkes Angebot am Standort Lechenich, das die Bedeutung moderner Büchereien unterstreicht. Mit der Aufgabe des bisherigen Standorts in Liblar sind jedoch neue Herausforderungen entstanden. Der aktuell vorgesehene Standort wird kritisch gesehen, da er nicht nur weniger zentral liegt, sondern auch mit einem deutlich reduzierten Angebot geplant ist. Ziel bleibt es daher, eine besser zugängliche und möglichst zentrale Lösung mit einem vollwertigen Angebot zu finden, um Büchereien dauerhaft als offene, moderne und wohnortnahe Treffpunkte für alle Bürgerinnen und Bürger zu sichern.
C
Calisthenics-Park
Calisthenics-Anlagen sind frei zugängliche Sport- und Bewegungsflächen, die Training mit dem eigenen Körpergewicht ermöglichen. Sie sprechen unterschiedliche Altersgruppen an, fördern Kraft, Ausdauer und Koordination und ergänzen klassische Sportangebote sinnvoll im öffentlichen Raum. Gerade weil sie ohne Mitgliedschaft und unabhängig von festen Zeiten genutzt werden können, leisten sie einen wichtigen Beitrag zu niedrigschwelliger Bewegungsförderung.
Auch in Erftstadt ist der Wunsch in der Bevölkerung nach einem solchen Angebot groß. Ein entsprechender Bürgerantrag wurde im Ausschuss für Sport, Kultur und Freizeit jüngst mehrheitlich abgelehnt. Dennoch zeigt das Interesse, dass Bedarf vorhanden ist. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, das Thema weiter zu verfolgen und Perspektiven für die Umsetzung eines Calisthenics-Parks zu entwickeln. Ziel ist es, wohnortnahe, frei zugängliche Bewegungsräume für alle Generationen zu schaffen.
Carsharing
Carsharing und E-Mobilität sind zentrale Elemente einer modernen und nachhaltigen Verkehrsentwicklung. Carsharing-Angebote ermöglichen es, Fahrzeuge flexibel zu nutzen, ohne ein eigenes Auto besitzen zu müssen, und können so Kosten für Anschaffung, Unterhalt und Parkplatz sparen. Voraussetzung dafür sind gut erreichbare Standorte, eine verlässliche Organisation und ein attraktives Preisniveau. Gleichzeitig ist eine flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur notwendig, um den Umstieg auf Elektromobilität praktikabel zu gestalten.
Gerade für kleinere Ortsteile bieten sich dabei neue Ansätze an. Beispiele aus anderen Kommunen zeigen, dass Modelle wie ein „Dorfauto“ auch im ländlich geprägten Raum funktionieren können und die Mobilität in Erftstadt deutlich verbessern. Ziel ist es, solche Angebote auch in Erftstadt auszubauen, bezahlbar zu gestalten und sinnvoll mit dem bestehenden Nahverkehr zu verknüpfen, um klimafreundliche Mobilität für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.
CEIN – Center for Innovation with Nature
Das Center for Innovation with Nature der TH Köln ist ein geplantes Forschungs- und Transferzentrum im Rheinischen Revier, das in Erftstadt entstehen soll. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Klimaschutz, nachhaltige Ressourcennutzung und die Entwicklung klimaresilienter Städte und Infrastrukturen. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern zu entwickeln und schnell in die Praxis umzusetzen.
Das CEIN soll dabei nicht nur Forschung betreiben, sondern auch als Ort des Austauschs, der Innovation und der Zusammenarbeit wirken. Es bringt Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen und kann als „Reallabor“ Lösungen für die Herausforderungen des Strukturwandels im Rheinischen Revier entwickeln. Gleichzeitig entstehen neue Perspektiven für Start-ups, Qualifizierung und wirtschaftliche Entwicklung vor Ort.
Für Erftstadt bedeutet die Ansiedlung einen echten Standortgewinn: Sie stärkt die Rolle der Stadt als Wissenschafts- und Innovationsstandort, schafft neue Netzwerke und kann langfristig Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichern. Ziel ist es daher, die Ansiedlung des CEIN aktiv zu unterstützen und die Chancen für Erftstadt und die Region konsequent zu nutzen.
Co-Working-Spaces
Coworking Spaces sind gemeinschaftlich genutzte Arbeitsorte, die flexible Arbeitsplätze, moderne Infrastruktur und Raum für Austausch bieten. Sie sind besonders für Freiberuflerinnen und Freiberufler, Start-ups sowie kleine Unternehmen eine kostengünstige Alternative zu eigenen Büroräumen, da Kosten für Miete und Ausstattung geteilt werden. Gleichzeitig bieten sie eine Lösung für Menschen in Erftstadt, die zu Hause keine geeigneten Arbeitsbedingungen vorfinden.
Auch wenn größere Städte wie Köln, Aachen oder Bonn grundsätzlich gut erreichbar sind, bedeutet das tägliche Pendeln oft einen erheblichen Zeitaufwand und geht zulasten von Lebensqualität. Wohnortnahe Arbeitsangebote können hier spürbar entlasten. Durch ihre offene Struktur fördern Coworking Spaces den Austausch, die Vernetzung und die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Branchen und tragen so zur Entwicklung neuer Ideen und Innovationen bei. Ein gut erreichbarer Standort in Erftstadt mit schnellem Internet, Besprechungsräumen und angenehmer Arbeitsatmosphäre kann zu einem wichtigen Treffpunkt für die lokale Wirtschaft werden. Ziel ist es, Pendelverkehr zu reduzieren, Lebenszeit zurückzugewinnen und gleichzeitig den Austausch und die Zusammenarbeit innerhalb Erftstadts zu stärken.
D
Daseinsvorsorge
Daseinsvorsorge umfasst die grundlegende Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Gütern und Dienstleistungen, darunter Nahversorgung, Gesundheitsangebote, Banken, Mobilität und soziale Infrastruktur. Ziel ist es, diese Angebote flächendeckend und gut erreichbar in Erftstadt bereitzustellen und das unabhängig davon, ob es sich um größere Stadtteile oder kleinere Ortsteile handelt. Dabei spielen sowohl feste Standorte als auch flexible, mobile Angebote eine wichtige Rolle.
Um Versorgungslücken zu vermeiden, braucht es gezielte Ansiedlungen von Nahversorgern sowie Gesundheits- und Bankdienstleistungen. Gerade in kleineren Ortsteilen können ergänzende Lösungen dazu beitragen, die Erreichbarkeit zu verbessern und den Alltag zu erleichtern. Gleichzeitig stärkt eine funktionierende Daseinsvorsorge den lokalen Wirtschaftsstandort, sichert Arbeitsplätze und trägt dazu bei, die Versorgung langfristig zu gewährleisten. Ziel ist eine wohnortnahe, verlässliche und zukunftsfähige Infrastruktur für alle Menschen in Erftstadt.
Digitalisierung
Die Digitalisierung des Alltags ist nicht aufzuhalten und wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Erftstadt muss hier aufholen, um den Anschluss nicht zu verlierenals Stadt, als Verwaltung und als Standort insgesamt. Denn eine gute Digitalisierung liegt auch im unmittelbaren Interesse der Bürgerinnen und Bürger: Sie spart Zeit, vermeidet Wege und macht den Alltag einfacher.
Digitalisierung umfasst die Vernetzung von Verwaltung, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien und ermöglicht effizientere Abläufe, besseren Zugang zu Informationen und neue Formen der Beteiligung. Entscheidend sind benutzerfreundliche, digitale Verwaltungsdienste ohne Papierwege sowie eine zentrale Plattform, über die Bürgerinnen und Bürger Informationen erhalten und sich einbringen können.
Gleichzeitig ist eine leistungsfähige technische Infrastruktur unerlässlich. Der flächendeckende Ausbau von Glasfaseranschlüssen sorgt für schnelle und stabile Internetverbindungen in allen Stadtteilen – auch in kleineren Ortsteilen. Moderne digitale Ausstattung an Schulen schafft die Grundlage für zeitgemäßes Lernen und Chancengleichheit. Ziel ist es, Verwaltung effizienter zu gestalten, Wege zu verkürzen und allen Menschen in Erftstadt eine verlässliche und zukunftsfähige digitale Teilhabe zu ermöglichen.
Dorfgemeinschaften
Erftstadt lebt von seinen Dorfgemeinschaften. Ehrenamt, Vereine und Initiativen tragen maßgeblich dazu bei, dass soziale Kontakte entstehen, Traditionen gepflegt werden und das Gemeinschaftsleben aktiv bleibt. Eine gezielte Förderung des Ehrenamts sowie finanzielle Unterstützung sind daher wichtige Bausteine, um dieses Engagement langfristig zu sichern und zu stärken.
Gleichzeitig steht Erftstadt vor immer knapper werdenden Mitteln und zunehmend defizitären Haushalten. Damit ist klar, dass Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Initiativen künftig an vielen Stellen wieder mehr Verantwortung übernehmen müssen, um Erftstadt lebenswert zu erhalten, etwa bei der Dorfverschönerung, der Grünpflege oder dem Erhalt und der Gestaltung von Treffpunkten. Umso wichtiger ist es, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die dieses Engagement ermöglichen und wertschätzen. Ziel ist es, den sozialen Zusammenhalt in allen Ortsteilen zu erhalten und Dorfgemeinschaften als lebendige, tragende Strukturen vor Ort zu stärken.
Dorfgemeinschaftshäuser
Dorfgemeinschaftshäuser sind zentrale Einrichtungen für Vereine, Veranstaltungen und das gesellschaftliche Leben vor Ort. Sie bieten Raum für Begegnung, Engagement und gemeinschaftliche Aktivitäten und tragen maßgeblich zum Zusammenhalt in den Ortsteilen bei. Um diese Funktion dauerhaft zu sichern, sind gezielte Investitionen in den Erhalt und die Modernisierung notwendig.
Im Fokus stehen dabei energieeffiziente Sanierungen, um Gebäude zukunftsfähig zu machen und gleichzeitig Betriebskosten nachhaltig zu senken. Gleichzeitig braucht es neue Wege, um die Finanzierung langfristig zu sichern. Dazu gehört zum Beispiel, Dachflächen für Photovoltaik zu verpachten, privates Sponsoring zu erleichtern und gemeinsam mit Vereinen und Initiativen neue Ideen für Nutzung und Finanzierung zu entwickeln. Auch bei schwierigen Haushaltslagen muss der Betrieb der Dorfgemeinschaftshäuser verlässlich abgesichert bleiben. Ziel ist es, diese Orte als lebendige, bezahlbare und nachhaltige Treffpunkte in allen Ortsteilen zu erhalten.
E
Ehrenamt
Ehrenamtliches Engagement ist eine tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens in Erftstadt. Vereine, Initiativen und engagierte Bürgerinnen und Bürger leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den sozialen Zusammenhalt, das kulturelle Leben und das Miteinander vor Ort. Damit dieses Engagement langfristig bestehen kann, sind einfache Strukturen und verlässliche Unterstützung entscheidend.
Weniger Bürokratie, klare Ansprechpartner in der Verwaltung und konkrete Hilfe im Alltag gehören zu den zentralen Voraussetzungen für ein starkes Ehrenamt. Dazu zählen eine zentrale Anlaufstelle, bessere Unterstützung bei der Organisation von Veranstaltungen sowie gezielte Anerkennung – etwa durch Vergünstigungen oder Fortbildungsangebote. Ziel ist es, das Engagement vor Ort zu erleichtern, mehr Wertschätzung zu zeigen und die Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche nachhaltig zu verbessern.
Energie
Eine sichere und leistungsfähige Energieversorgung ist Grundvoraussetzung für die Entwicklung Erftstadts. Die Energieversorgung umfasst die zuverlässige Bereitstellung von Strom und Wärme für Haushalte, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen. Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen durch dringend benötigte Neubaugebiete, neue Gewerbeansiedlungen und die Energiewende kommt einer leistungsfähigen Infrastruktur eine zentrale Bedeutung zu. Engpässe bei der Bereitstellung von Strom dürfen nicht zum Hemmnis für neue Wohn- oder Gewerbegebiete werden, wie es in anderen Kommunen bereits zu beobachten ist.
Für eine zukunftssichere Energieversorgung braucht es einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, etwa durch Photovoltaik auf städtischen Gebäuden, die Nutzung von Windenergie sowie eine klare kommunale Wärmeplanung. Ergänzend spielen dezentrale Energieerzeugung, intelligente Stromnetze und Speicherlösungen eine wichtige Rolle, um Energie effizient zu nutzen und unabhängiger zu werden. Ziel ist es, Versorgungssicherheit zu gewährleisten, Energiekosten stabil zu halten und gleichzeitig die Voraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum in Erftstadt zu sichern.
Erft
Die Erft prägt Erftstadt in besonderer Weise und spielt eine zentrale Rolle für Natur, Freizeit und Hochwasserschutz. Maßnahmen wie Rückhaltebecken und die Renaturierung des Flusses tragen dazu bei, Wasser besser zu speichern, Fließgeschwindigkeiten zu reduzieren und so das Risiko von Überschwemmungen deutlich zu verringern. Gleichzeitig wird die ökologische Qualität des Gewässers verbessert und neue Aufenthaltsräume entstehen.
Die bereits umgesetzte Renaturierung im Bereich Gymnich zeigt, wie erfolgreich solche Maßnahmen sein können, sowohl in Bezug auf den Hochwasserschutz als auch auf die Attraktivität des Umfelds. Gleichzeitig müssen der Erftverband und die anliegenden Kommunen beim Hochwasserschutz enger zusammenarbeiten, Konzepte besser abstimmen und schneller in die Umsetzung kommen. Es reicht nicht, Maßnahmen nur zu planen. Entscheidend ist, dass konkrete Lösungen vor Ort realisiert werden. Ziel ist es, Hochwasserschutz, ökologische Aufwertung und nachhaltige Entwicklung entlang der Erft konsequent voranzubringen und langfristig Sicherheit für die Menschen in Erftstadt zu schaffen.
F
Fahrrad
Der Radverkehr ist ein zentraler Bestandteil moderner und nachhaltiger Mobilität. Sichere, durchgängige und gut ausgebaute Radwege ermöglichen es, Alltagswege zuverlässig mit dem Fahrrad zurückzulegen und tragen gleichzeitig zur Verkehrssicherheit und zum Klimaschutz bei. Entscheidend sind dabei barrierearme Wege mit abgesenkten Bordsteinen, sichere Schulwege sowie eine klare und verständliche Führung des Radverkehrs.
Ebenso wichtig sind gute Abstellmöglichkeiten und eine moderne Infrastruktur, die auch den steigenden Anforderungen durch E-Bikes gerecht wird. Eine bessere Vernetzung der vorhandenen Wege sorgt dafür, dass alle Stadtteile sinnvoll miteinander verbunden werden. Ziel ist es, den Radverkehr in Erftstadt konsequent zu stärken und die Bedingungen so zu verbessern, dass Menschen im Alltag und in ihrer Freizeit sicher und zuverlässig mit dem Fahrrad unterwegs sein können.
Familien
Eine familienfreundliche Kommune zeichnet sich durch gute Betreuungs- und Bildungsangebote, verlässliche Strukturen und eine unterstützende Infrastruktur aus. Dazu gehören flexible und bezahlbare Betreuungsmöglichkeiten, verlässliche Ganztagsangebote sowie gut ausgestattete Kitas und Schulen, die den Alltag spürbar erleichtern.
Ergänzend sind familienfreundliche Arbeitsbedingungen, eine gute Beratung und einfache Zugänge zu Unterstützungsangeboten entscheidend. Kurze Wege, wohnortnahe Angebote und eine gute Vernetzung der verschiedenen Einrichtungen tragen dazu bei, Familien im Alltag zu entlasten. Ziel ist es, Erftstadt als familienfreundliche Stadt weiterzuentwickeln und allen Familien, unabhängig von ihrer Lebenssituation, faire Chancen und gute Rahmenbedingungen zu bieten.
Ferienspiele
Ferienspiele bieten Kindern sinnvolle Freizeitgestaltung, fördern soziale Kontakte und entlasten gleichzeitig Familien im Alltag. Sie sind ein wichtiger Baustein der kommunalen Betreuungsangebote und ergänzen Schule und Kita in den Ferienzeiten. Gerade vor Ort in Erftstadt ist eine gute Planung und ausreichende Kapazitäten entscheidend, damit möglichst viele Familien auf diese Angebote wohnortnah zurückgreifen können.
Besonders wichtig sind dabei kostengünstige Alternativen, da private Anbieter mit Camps und Ausflügen zwar abwechslungsreiche Angebote schaffen, diese jedoch oft mit hohen Kosten verbunden sind, insbesondere für Familien mit mehreren Kindern. Hier braucht es verlässliche, bezahlbare Angebote für alle.
Dabei kommt den freien Trägern auch in Erftstadt eine zentrale Rolle zu, da sie einen Großteil der Ferienspiele organisieren und durchführen. Ihre Arbeit ist unverzichtbar und muss finanziell verlässlich abgesichert werden. Ziel ist es, ein flächendeckendes, abwechslungsreiches und zugleich bezahlbares Angebot an Ferienspielen in Erftstadt zu schaffen, das Kindern eine gute Ferienzeit ermöglicht und Familien spürbar entlastet.
Feuerwehr
Eine gut ausgestattete Feuerwehr ist unverzichtbar für die Sicherheit in Erftstadt. Ziel ist es, das Ehrenamt zu stärken und gleichzeitig die Einsatzfähigkeit dauerhaft zu sichern. Die Feuerwehr leistet einen zentralen Beitrag für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger in Erftstadt. Dafür braucht es eine gute Ausstattung, moderne Technik und verlässliche Strukturen.
Gleichzeitig basiert das System in Erftstadt maßgeblich auf dem Ehrenamt. Dieses Engagement ist unverzichtbar und muss gestärkt werden. Entwicklungen, die das Ehrenamt einschränken oder unattraktiver machen, müssen vermieden werden.
Bestrebungen, die freiwillige Feuerwehr schrittweise in Richtung einer vollständig hauptamtlichen Struktur zu verändern, sehen wir aufgrund der hohen Kosten und der bestehenden funktionierenden Strukturen kritisch. Entscheidend ist, das bestehende System sinnvoll weiterzuentwickeln und die ehrenamtlichen Kräfte bestmöglich zu unterstützen.
So kann die Feuerwehr in Erftstadt leistungsfähig bleiben und gleichzeitig das Ehrenamt als tragende Säule gesichert werden.
Finanzen
Eine nachhaltige Finanzpolitik ist die Grundlage für die Entwicklung einer Kommune. Sie stellt sicher, dass wichtige Aufgaben erfüllt, Investitionen umgesetzt und freiwillige Leistungen erhalten werden können. Angesichts bestehender Defizite ist es entscheidend, die Einnahmeseite gezielt zu stärken und Ausgaben transparent und effizient zu steuern.
Dazu gehört insbesondere der Ausbau der Wirtschaftsförderung sowie die Ausweisung neuer Gewerbegebiete, um zusätzliche Einnahmen zu generieren und Arbeitsplätze zu sichern. Gleichzeitig braucht es moderne Steuerungsinstrumente: Controlling-Berichte und fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei Großprojekten müssen zum Standard werden, um Entscheidungen nachvollziehbar und zukunftsfähig zu treffen. Ziel ist es, die finanzielle Grundlage Erftstadts nachhaltig zu verbessern und wieder mehr Handlungsspielraum für wichtige Investitionen zu schaffen.
Freibad Kierdorf
Freibäder sind ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Freizeit- und Sportinfrastruktur. Sie bieten insbesondere in den Sommermonaten eine wohnortnahe Möglichkeit zur Erholung, Bewegung und Abkühlung. Gerade für Familien und Menschen, die sich keinen teuren Urlaub leisten können, haben sie eine besondere Bedeutung für Lebensqualität und Teilhabe.
Das Freibad in Kierdorf nimmt dabei aktuell eine zentrale Rolle ein, da es nach der Flutkatastrophe das einzige nutzbare Freibad in Erftstadt ist, bis das Freibad in Lechenich wieder zur Verfügung steht. Das bestehende Angebot wird gut angenommen und leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag für die Bevölkerung.
Um den Standort langfristig zu sichern, sollten neue Perspektiven entwickelt werden. Dazu gehört, das Areal möglichst ganzjährig zu nutzen, um zusätzliche Fördermöglichkeiten zu erschließen und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Auch angrenzende Flächen – wie das perspektivisch frei werdende Gelände der Feuerwehr – sollten in die Planung einbezogen werden. Ziel ist es, das Freibad Kierdorf als modernen, vielseitig nutzbaren und dauerhaft gesicherten Freizeitort für die Menschen in Erftstadt zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Freibad Lechenich
Das Freibad in Lechenich ist ein zentraler Bestandteil der Freizeit- und Sportinfrastruktur in Erftstadt und hat für viele Menschen eine große Bedeutung. Nach der Flutkatastrophe ist eine umfassende Sanierung erforderlich, um den Standort langfristig zu sichern und wieder nutzbar zu machen. Als Grundlage für die Ausschreibung wurde dem Betriebsausschuss Stadtwerke sowie dem Ausschuss für Sport, Kultur und Freizeit ein Vorschlag für ein Sanierungskonzept mit Zeitplan vorgestellt, der eine realisierbare Fertigstellung bis Ende 2029 vorsieht.
Die Ausschreibung wurde im Ausschuss auf den Weg gebracht, das Ergebnis ist abzuwarten und muss nach Abschluss eng begleitet werden. Entscheidend ist, dass die weiteren Schritte mit klaren und zeitnahen Beschlüssen konsequent umgesetzt werden. Der Zeitplan darf nicht ins Wanken geraten, da sonst wichtige Fördermittel aus dem Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe gefährdet sind.
Gleichzeitig bietet die Sanierung die Chance, das Freibad an moderne Standards anzupassen, sowohl in Bezug auf Ausstattung und Energieeffizienz als auch auf Nutzungsmöglichkeiten. Ziel ist es, das Freibad in Lechenich zukunftsfähig auszubauen und es der Öffentlichkeit so schnell wie möglich wieder zur Verfügung zu stellen.
Freizeit
Freizeitangebote umfassen alle Möglichkeiten, die Menschen außerhalb von Arbeit und Schule zur Erholung, Bewegung und sozialen Teilhabe nutzen. Dazu gehören Sportanlagen, Grünflächen, Spielplätze, kulturelle Angebote sowie Treffpunkte im öffentlichen Raum. Eine gut entwickelte Freizeitinfrastruktur trägt wesentlich dazu bei, dass sich Menschen in ihrer Stadt wohlfühlen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
In Erftstadt kommt es besonders darauf an, Angebote wohnortnah in allen Stadtteilen bereitzustellen und sinnvoll miteinander zu vernetzen. Dabei spielen sowohl klassische Einrichtungen als auch neue, niedrigschwellige Angebote im öffentlichen Raum eine wichtige Rolle. Gleichzeitig müssen die Angebote bezahlbar bleiben und für alle Generationen zugänglich sein. Ziel ist es, Freizeit in Erftstadt vielfältig, attraktiv und alltagstauglich zu gestalten und so die Lebensqualität nachhaltig zu stärken.
G
Ganztag
Ganztagsangebote an Schulen, insbesondere die Offene Ganztagsschule (OGS), sind ein zentraler Bestandteil der Bildungs- und Betreuungslandschaft. Sie bieten Kindern nicht nur verlässliche Betreuung, sondern auch Förderung, soziale Erfahrungen und Struktur im Alltag. Für Familien schaffen sie Planungssicherheit und Entlastung im täglichen Leben.
Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab Sommer 2026 müssen die bestehenden Strukturen in Erftstadt gezielt weiterentwickelt werden. Auch wenn aktuell kein flächendeckender Mehrbedarf besteht, zeigen einzelne Schulen Engpässe an, auf die frühzeitig reagiert werden muss. Dafür braucht es ausreichende Räume, mehr Fachpersonal und verlässliche organisatorische Strukturen. Ergänzend sind multifunktionale Raumkonzepte sinnvoll, um flexibel auf unterschiedliche Bedarfe reagieren zu können. Die Erhöhung der freiwilligen Leistungen an die OGS-Träger ist ein wichtiger Schritt, ebenso wie der weitere Ausbau der Schulsozialarbeit.
Gleichzeitig bleibt eine Beitragsfreiheit wünschenswert, ist aufgrund der aktuellen Haushaltslage in Erftstadt jedoch leider nicht realistisch. Hier ist insbesondere das Land gefordert, für eine verlässliche Finanzierung zu sorgen. Umso wichtiger ist eine gerechtere Gestaltung der Elternbeiträge: Statt eines starren Stufenmodells sollte eine prozentuale, einkommensgenaue Berechnung mit einem Freibetrag geprüft werden, sodass Familien entsprechend ihrer tatsächlichen finanziellen Leistungsfähigkeit belastet werden und geringere Einkommen gezielt entlastet werden.
Ziel ist ein Ganztag in Erftstadt, der zuverlässig funktioniert, qualitativ überzeugt und allen Kindern gute Bedingungen für Lernen, Betreuung und Entwicklung bietet.
Gefördertes Wohnen
Geförderter Wohnraum und langfristige Mietpreisbindungen sind zentrale Instrumente, um bezahlbares Wohnen in Erftstadt zu sichern. Gerade in Neubaugebieten muss ein angemessener Anteil geförderter Wohnungen vorgesehen werden, um soziale Durchmischung zu ermöglichen und steigenden Mieten entgegenzuwirken. Der Bedarf ist bereits heute hoch und übersteigt das vorhandene Angebot deutlich.
Voraussetzung dafür ist jedoch eine verlässliche Ausfinanzierung durch das Land und den Rhein-Erft-Kreis, damit Projekte wirtschaftlich umgesetzt werden können. Aktuell zeigt sich, dass viele Investoren keine ausreichenden Fördermittel erhalten und Projekte im geförderten Wohnungsbau daher nicht oder nur stark verzögert realisieren können. Zahlreiche Vorhaben befinden sich bereits in der Planung, können jedoch nicht umgesetzt werden.
Gleichzeitig wird deutlich, dass geförderter Wohnraum allein keine ausreichende Lösung darstellt. Auch Menschen, die knapp über den Einkommensgrenzen liegen und keinen Anspruch auf geförderte Wohnungen haben, sich aber die hohen Mieten am freien Markt nicht leisten können, finden in Erftstadt zunehmend schwer passenden Wohnraum. Hier besteht ebenfalls Handlungsbedarf. Eine wichtige Rolle kann dabei die Stadtentwicklungsgesellschaft Erftstadt (SEB) spielen, indem sie gezielt Wohnangebote im mittleren Preissegment entwickelt und damit zusätzliche Entlastung schafft.
Ziel ist es, in Erftstadt ausreichend bezahlbaren Wohnraum für unterschiedliche Einkommensgruppen zu schaffen und langfristig zu sichern, damit Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation vor Ort wohnen bleiben können.
Gesamtschule
Um eine fundierte und zukunftsfähige Entscheidung über die Weiterentwicklung der Schullandschaft in Erftstadt treffen zu können, braucht es eine aktuelle und belastbare Datengrundlage. Eine neue Elternbefragung zur gesamten Schullandschaft, einschließlich der Frage nach einer Gesamtschule, ist dafür der richtige Schritt.
Derzeit wird ein neuer Schulentwicklungsplan erarbeitet. Nach aktuellem Stand ist jedoch weder von der Ratsmehrheit noch von der Verwaltung eine erneute Elternbefragung vorgesehen, obwohl die letzte Befragung rund zehn Jahre zurückliegt und die heutigen Anforderungen, Wünsche und Lebensrealitäten der Familien nicht mehr ausreichend abbildet. Seitdem haben sich sowohl das Bildungsangebot als auch die Erwartungen an Schule deutlich verändert. Eine erneute Befragung würde Transparenz schaffen und eine ehrliche Bewertung auf Basis aktueller Bedarfe ermöglichen.
Ziel ist es, das Schulangebot in Erftstadt weiterzuentwickeln, mehr Vielfalt zu schaffen und die Bildungschancen zu verbessern. Gleichzeitig kann so sichergestellt werden, dass Kinder möglichst wohnortnah zur Schule gehen können und lange Pendelwege in andere Städte vermieden werden.
Gesundheit
Gesundheit umfasst sowohl die medizinische Versorgung als auch präventive Angebote, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität fördern. Sport und Bewegung sind dabei zentrale Voraussetzungen für ein gesundes Leben. Moderne und sanierte Sportstätten, frei zugängliche Bewegungsangebote sowie attraktive Freizeitflächen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag und ermöglichen es Menschen jeden Alters, aktiv zu bleiben.
Gleichzeitig ist eine wohnortnahe medizinische Versorgung unverzichtbar. Dazu gehört die Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten ebenso wie der Erhalt wichtiger Einrichtungen wie dem Marien-Hospital Erftstadt-Frauenthal. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Menschen in allen Stadtteilen verlässlich und gut erreichbar versorgt werden.
Ziel ist es, in Erftstadt sowohl die Voraussetzungen für einen aktiven Lebensstil zu stärken als auch eine stabile und erreichbare Gesundheitsversorgung zu sichern, damit alle Bürgerinnen und Bürger im Alltag gut betreut sind.
Gewerbegebiete
Gewerbegebiete sind ein wesentlicher Bestandteil der kommunalen Wirtschaftsentwicklung. Sie schaffen Raum für Unternehmen, sichern Arbeitsplätze und tragen zur finanziellen Stabilität der Stadt bei. Entscheidend sind dabei gut erschlossene Standorte mit leistungsfähiger Infrastruktur sowie eine gute Anbindung an überregionale Verkehrswege wie Bundesstraßen und Autobahnen.
In Erftstadt braucht es sowohl die Entwicklung neuer Flächen als auch die Weiterentwicklung bestehender Gewerbegebiete. Dazu gehören unter anderem Erweiterungen zwischen Lechenich und Liblar, in Friesheim sowie das interkommunale Gewerbegebiet Barbarahof. Gleichzeitig müssen vorhandene Flächen gezielt und sinnvoll vermarktet werden, um passende Betriebe anzusiedeln und langfristige Perspektiven für Beschäftigung zu schaffen.
Eine aktive Wirtschaftsförderung sowie gepflegte und attraktive Standorte sind dabei ebenso wichtig wie klare Entwicklungsstrategien. Ziel ist es, die wirtschaftliche Stärke Erftstadts auszubauen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Versorgung vor Ort nachhaltig zu sichern.
Gewässer
Gewässer übernehmen wichtige Funktionen für Natur und Umwelt. Sie tragen zur Kühlung in heißen Sommern bei, speichern Wasser und sind ein zentraler Bestandteil eines wirksamen Hochwasserschutzes. Maßnahmen wie Rückhaltebecken und die Renaturierung, insbesondere entlang der Erft, leisten hierzu einen entscheidenden Beitrag und verbessern gleichzeitig die ökologische Qualität.
Neben ihrer ökologischen Bedeutung bieten Gewässer auch großes Potenzial für Freizeit und Erholung. Die Seenlandschaft in Erftstadt wird bereits heute intensiv genutzt, kann aber durch gezielte Maßnahmen weiter aufgewertet werden. Dazu gehört insbesondere die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur, um die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit zu verbessern.
Ziel ist es, Gewässer in Erftstadt ganzheitlich zu betrachten: als Schutzraum für Natur, als Bestandteil der Klimaanpassung und als attraktive Orte für Freizeit und Erholung. So profitieren die Menschen vor Ort sowohl von mehr Sicherheit als auch von einer gesteigerten Lebensqualität.
Glasfaser
Leistungsfähige Internetverbindungen sind heute eine grundlegende Voraussetzung für Alltag, Arbeit und wirtschaftliche Entwicklung. Der Ausbau von Glasfaser sorgt für stabile, schnelle und zukunftssichere Netze und ist damit ein zentraler Standortfaktor für Erftstadt. Insbesondere auch für Unternehmen und Gewerbebetriebe.
Dabei ist es entscheidend, wirklich alle Stadtteile und Lagen mitzudenken, auch kleinere Ortsteile und abgelegenere Bereiche dürfen nicht abgehängt werden. Versorgungslücken, etwa einzelne Häuser am Straßenende, ganze Straßenseiten oder abgelegene Gebäude ,sind nicht hinnehmbar. Hier muss die Verwaltung aktiv Lösungen entwickeln und den Ausbau konsequent vorantreiben und mit Anbietern verhandeln, damit eine echte Flächendeckung erreicht wird.
Neben privaten Haushalten und Gewerbe spielt auch die digitale Ausstattung öffentlicher Einrichtungen eine wichtige Rolle. Insbesondere Schulen müssen konsequent mit moderner Technik und leistungsfähigen Anschlüssen ausgestattet werden, um zeitgemäßes Lernen zu ermöglichen.
Ziel ist eine flächendeckende, zuverlässige und leistungsstarke digitale Infrastruktur in Erftstadt, die den Anforderungen von Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen gleichermaßen gerecht wird.
Gleichstellung
Gleichstellung umfasst die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft, Arbeitsleben und Politik. Trotz Fortschritten bestehen weiterhin strukturelle Unterschiede, etwa bei Erwerbschancen, Einkommen oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kommunale Rahmenbedingungen können hier einen wichtigen Beitrag leisten, um mehr Chancengerechtigkeit zu schaffen.
Dazu gehören flexible und verlässliche Betreuungsangebote, familienfreundliche Arbeitsstrukturen sowie digitale Lösungen, die den Alltag erleichtern. Gleichzeitig ist es wichtig, Hemmschwellen abzubauen, Unternehmen für Gleichstellung zu sensibilisieren und Frauen stärker an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. In Erftstadt spielt dabei auch der Frauenbeirat eine wichtige Rolle, der diese Themen begleitet und Impulse in politische Entscheidungsprozesse einbringt.
Ziel ist es, in Erftstadt gleiche Chancen und echte Teilhabe zu fördern, damit alle Menschen ihre Lebensentwürfe selbstbestimmt verwirklichen können.
Grundsteuer
Die Anhebung des Hebesatzes der Grundsteuer B von 635 auf 895 Punkte, eine satte Erhöhung von 40,94 % im Haushalt 2026 auf Vorschlag der Verwaltung und getragen von der Ratsmehrheit aus CDU und Grünen, stellt für viele Haushalte eine erhebliche Mehrbelastung dar. Besonders problematisch ist, dass die Erhöhung für rückwirkend wirksam wurde und unerwartet kam. Eine solche Entwicklung erfordert künftig eine deutlich transparentere Kommunikation und frühzeitigere Einbindung der Öffentlichkeit.
Um weitere Belastungen zu vermeiden, müssen finanzpolitische Maßnahmen sorgfältiger geplant und konsequenter umgesetzt werden. Dazu gehört auch, Konsolidierungsmaßnahmen gründlich zu prüfen und langfristig auszurichten, statt kurzfristig hohe Belastungen zu verursachen.
Ziel ist es, die finanzielle Belastung für die Menschen in Erftstadt zu begrenzen, mehr Planungssicherheit zu schaffen und die Grundsteuer künftig ausgewogener und nachvollziehbarer zu gestalten.
Grünpflege
Grünpflege umfasst die regelmäßige Unterhaltung und Weiterentwicklung von Parks, Spielplätzen, Straßenbegleitgrün und Freiflächen. Sie trägt zur Verbesserung des Stadtklimas bei, schafft Erholungsräume und fördert die Biodiversität. Maßnahmen wie gezielte Bepflanzung, zusätzliche Bäume, Blühwiesen sowie nachhaltige Bewässerungs- und Pflegekonzepte sind wichtige Bausteine für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung.
Gerade Erftstadt wirbt bis heute mit dem Motto „Tür an Tür mit der Natur“. Als Flächenkommune ergibt sich daraus ein besonderer Anspruch, die vorhandenen Grünflächen entsprechend zu pflegen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig muss die Stadt ihre eigenen Flächen konsequent besser unterhalten, auch in Gewerbegebieten und innerstädtischen Bereichen, wo das Erscheinungsbild besonders prägend ist.
Ein gepflegtes Stadtgrün wirkt sich unmittelbar auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Bevölkerung aus und ist zugleich ein wichtiges Aushängeschild für Besucher, Neubürgerinnen und Neubürger sowie für potenzielle Investoren und Gewerbebetriebe.
Ergänzend können Patenschaften durch Garten- und Verschönerungsvereine oder engagierte Privatpersonen einen wichtigen Beitrag leisten. Diese sollten jedoch durch die Stadt aktiv unterstützt werden, etwa durch die Bereitstellung von Material und organisatorische Hilfe. Ziel ist es, Grünflächen in Erftstadt als hochwertige, gepflegte und ökologisch wertvolle Räume zu erhalten und weiterzuentwickeln, um die Aufenthaltsqualität und das Wohlbefinden im Alltag nachhaltig zu stärken.
H
Hallenbad Lechenich
Der Neubau eines Hallenbades in Lechenich ist dringend notwendig, um den Schwimmunterricht zu sichern und ausreichend Wasserflächen für Schulen und Vereine bereitzustellen. Ziel ist es, schnellstmöglich eine verlässliche und moderne Infrastruktur zu schaffen.
Hallenbäder sind ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge und spielen eine zentrale Rolle für den Schwimmunterricht sowie den Vereinssport. In Erftstadt besteht hier akuter Handlungsbedarf, da die vorhandene Infrastruktur, vor allem das Bad im Schulzentrum, marode und nur eingeschränkt nutzbar ist. Eine zuverlässige Versorgung mit Schwimmflächen ist derzeit nicht ausreichend gewährleistet.
Der geplante Neubau in Lechenich soll daher vorrangig die notwendige Wasserfläche schaffen, um den Schwimmunterricht wieder gesetzeskonform und ohne Ausfälle durchführen zu können. Gleichzeitig erhalten Vereine wieder die Möglichkeit, Schwimmkurse anzubieten und Trainingszeiten verlässlich zu nutzen. Das Hallenbad ist dabei in erster Linie für den Schul- und Vereinssport vorgesehen und nicht für die öffentliche Nutzung.
Für das Projekt wurde bereits ein Konzept als Grundlage für die Ausschreibung vorgestellt. Dieses muss nun konsequent weiterverfolgt und eng begleitet werden, damit es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt. Der Neubau bietet die Chance, eine moderne, funktionale und zukunftsfähige Anlage zu schaffen, die den dringend benötigten Bedarf an Schwimmflächen in Erftstadt langfristig deckt.
Hallenbad Liblar
Das Hallenbad in Liblar ist ein wichtiger Bestandteil der Freizeit- und Sportinfrastruktur und bieten ganzjährig Möglichkeiten für Bewegung, Gesundheit und Erholung. Mit der bevorstehenden Fertigstellung der Sanierung des Hallenbades in Liblar wird eine wichtige Grundlage geschaffen, um das Angebot in Erftstadt zu stabilisieren und zu verbessern.
Entscheidend ist jedoch nicht nur der bauliche Zustand, sondern auch ein verlässlicher Betrieb. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu kurzfristigen Schließungen aufgrund von Personalmangel. Hier muss sichergestellt werden, dass ausreichend Personal zur Verfügung steht, um stabile und planbare Öffnungszeiten zu gewährleisten.
Nur so kann das Hallenbad in Liblar seine Funktion dauerhaft erfüllen und von Schulen, Vereinen sowie der Bevölkerung verlässlich genutzt werden. Ziel ist ein attraktives und zuverlässig geöffnetes Hallenbad, das den Menschen in Erftstadt dauerhaft zur Verfügung steht.
Haushalt
Erftstadt muss seine Haushaltsführung grundlegend neu ausrichten, um langfristig handlungsfähig zu bleiben. Ziel ist eine strukturierte, transparente und nachhaltige Finanzpolitik, die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger begrenzt.
Die finanzielle Situation Erftstadts macht deutlich, dass die kommenden Haushaltsjahre von strukturellen Herausforderungen geprägt sein werden. Es geht nicht mehr um kurzfristige Einsparungen, sondern um eine langfristige und nachhaltige Konsolidierung. Dafür braucht es klare Prioritäten, strategische Planung und nachvollziehbare Entscheidungen.
Der bisherige Umgang mit Haushaltsberatungen wird dieser Aufgabe nicht gerecht. Zukünftig sind frühzeitige und strukturierte Abstimmungen zwischen Verwaltung und Politik notwendig, damit Konsolidierungsmaßnahmen gemeinsam entwickelt und fundiert beraten werden können. Entscheidungen müssen transparenter und besser vorbereitet getroffen werden.
Einsparungen müssen auf klaren Kriterien basieren, etwa Wirkung, Kosten und Alternativen und dürfen nicht kurzfristig oder ohne ausreichende Grundlage erfolgen. Gleichzeitig ist es wichtig, Bürgerinnen und Bürger stärker einzubeziehen, da sie die Auswirkungen direkt spüren und künftig an vielen Stellen mehr Verantwortung übernehmen werden.
Neben der Konsolidierung braucht Erftstadt eine klare strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre. Ein langfristiger Entwicklungsplan kann helfen, Prioritäten zu setzen und Investitionen gezielt zu steuern. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass viele finanzielle Belastungen strukturelle Ursachen haben und Bund sowie Land in der Verantwortung stehen, Kommunen angemessen auszustatten.
Für uns gilt dabei klar: Wir stimmen keinem Haushalt und keiner Mehrbelastung zu, die diese Grundsätze nicht erfüllt. Ziel ist eine Haushaltsführung, die vorausschauend, transparent und nachhaltig gestaltet ist und Erftstadt dauerhaft handlungsfähig hält.
Hochschulen
Mit der Ansiedlung der Hochschule des Bundes am Ville-Campus entsteht in Erftstadt ein neuer Bildungsstandort mit überregionaler Bedeutung. Die zugehörigen Studentenwohnungen befinden sich bereits in der Fertigstellung und werden den Standort zusätzlich stärken. Ergänzend ist mit dem geplanten Center for Innovation with Nature (CEIN) der TH Köln ein innovatives Forschungs- und Transferzentrum vorgesehen, das sich mit Themen wie Klimaschutz, nachhaltiger Ressourcennutzung und klimaresilienter Stadtentwicklung beschäftigt und Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen eng miteinander vernetzt.
Für Erftstadt ergeben sich daraus große Chancen. Es entstehen neue Arbeitsplätze, zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum und Infrastruktur sowie eine stärkere Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft. Gleichzeitig trägt die Entwicklung dazu bei, die Stadt zu beleben und neue Perspektiven für junge Menschen, Fachkräfte und Unternehmen zu schaffen.
Voraussetzung dafür sind eine gute verkehrliche Anbindung, ausreichend Wohnraum insbesondere für Studierende sowie eine enge Einbindung in die bestehende Infrastruktur. Ziel ist es, Erftstadt als attraktiven Bildungs-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln, von dem die gesamte Stadtgesellschaft profitiert.
Hochwasser/Hochwasserschutz
Ein wirksamer Hochwasserschutz ist für Erftstadt von zentraler Bedeutung, um Menschen, Infrastruktur und Lebensqualität dauerhaft zu sichern. Ziel ist es, Risiken zu minimieren und gleichzeitig nachhaltige Lösungen für die Zukunft zu schaffen.
Hochwasserschutz umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen, Überschwemmungen zu vermeiden und deren Folgen zu begrenzen. Gerade für Erftstadt mit Gewässern wie der Erft und dem Rotbach ist eine vorausschauende und nachhaltige Wasserbewirtschaftung entscheidend. Rückhaltebecken und die Renaturierung der Gewässer sind dabei zentrale Bausteine, um Wasser besser zu speichern, Fließgeschwindigkeiten zu reduzieren und so das Risiko von Überschwemmungen deutlich zu verringern.
Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat deutlich gezeigt, wie groß die Gefahren sind und welche Auswirkungen Hochwasser für die Menschen vor Ort haben kann. Mittlerweile sind fast fünf Jahre vergangen, und erst jetzt werden die neuen Hochwasserkarten für Erft und Rotbach der Bevölkerung vorgestellt. Umso wichtiger ist es, dass aus diesen Erkenntnissen endlich konkrete Maßnahmen folgen und nicht nur Planungen vorliegen.
Die Renaturierung im Bereich Gymnich zeigt bereits, wie erfolgreich solche Maßnahmen umgesetzt werden können, sowohl im Hinblick auf den Hochwasserschutz als auch auf die ökologische Aufwertung und die Attraktivität des Umfelds. Gleichzeitig wird deutlich, dass Hochwasserschutz nicht isoliert betrachtet werden darf. Eine enge Abstimmung zwischen Kommunen und Akteuren wie dem Erftverband sowie eine konsequente Umsetzung geplanter Maßnahmen sind entscheidend, um langfristig wirksam zu sein.
Hundewiese
Hunde sind für viele Menschen ein fester Bestandteil des Alltags. Gleichzeitig braucht es im öffentlichen Raum klare Regelungen, um Nutzungskonflikte zu vermeiden und ein rücksichtsvolles Miteinander zu ermöglichen. Ausgewiesene Freiflächen für Hunde bieten hier eine sinnvolle Lösung: Sie schaffen Raum für Bewegung und Auslauf und entlasten gleichzeitig andere Bereiche wie Spielplätze oder stark frequentierte Grünanlagen.
Erftstadt verfügt zwar grundsätzlich über viele Freiflächen, jedoch ist die Nutzung an vielen Stellen eingeschränkt, etwa auf Feldern oder in Wäldern, wo Hunde häufig nicht frei laufen dürfen. In der Praxis wird dies dennoch oft genutzt, was regelmäßig zu Konflikten führt. Gerade deshalb braucht es klar definierte, legale und akzeptierte Angebote.
Der Bürgerantrag zur Einrichtung einer Hundewiese wurde unterstützt und zeigt, dass ein konkreter Bedarf in der Bevölkerung besteht. Wohnortnahe, gut erreichbare und ausreichend große Flächen können dazu beitragen, Konflikte zu reduzieren und das Zusammenleben für alle zu verbessern.
I
Integration
Integration muss in Erftstadt aktiv gestaltet werden, um Teilhabe zu ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Ziel ist es, Menschen frühzeitig zu unterstützen und ein gutes Miteinander im Alltag zu sichern.
In Erftstadt wurde in dieser Ratsperiode mit dem Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration eine eigene politische Struktur geschaffen, die sich gezielt mit diesen Themen befasst und wichtige Impulse setzt. Darauf aufbauend braucht es weitere Sprach- und Unterstützungsangebote sowie ein klares, langfristiges Integrationskonzept, das Maßnahmen bündelt und strategisch ausrichtet.
Gleichzeitig ist es wichtig, Sorgen in der Bevölkerung ernst zu nehmen und konstruktiv aufzugreifen, um Vertrauen zu stärken und ein funktionierendes Miteinander zu fördern. Ziel ist es, Integration in Erftstadt so zu gestalten, dass alle Menschen faire Chancen auf Teilhabe erhalten und der gesellschaftliche Zusammenhalt dauerhaft gesichert wird.
Inklusion
Inklusion umfasst die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in allen Lebensbereichen. Zentrale Voraussetzungen dafür sind eine barrierefreie Infrastruktur, inklusive Bildungsangebote und eine verlässliche soziale Versorgung. Dazu gehören ein barrierefreier Nahverkehr, gut erreichbare Haltestellen und Wege sowie ausreichend Pflege- und Betreuungsangebote für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung.
Ebenso wichtig sind inklusive Schulen und Bildungsangebote, die allen Kindern faire Chancen ermöglichen. Quartiere müssen so gestaltet sein, dass Wohnen, Versorgung, Freizeit und Mobilität ohne Hürden funktionieren und ein selbstbestimmtes Leben möglich ist.
In Erftstadt wurde mit dem neuen Inklusions- und Seniorenbeirat eine wichtige Struktur geschaffen, die die Interessen dieser Gruppen bündelt und in politische Entscheidungsprozesse einbringt. Ziel ist es, Inklusion in Erftstadt konsequent weiterzuentwickeln und sicherzustellen, dass alle Menschen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen gleichberechtigt am Leben teilhaben können.
J
Jugend
Jugendliche brauchen in Erftstadt gute Angebote, verlässliche Strukturen und echte Mitbestimmung. Ziel ist es, jungen Menschen Raum zur Entfaltung zu geben und sie aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt einzubeziehen.
Jugendarbeit umfasst alle Angebote, die junge Menschen in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen Möglichkeiten zur Beteiligung eröffnen. Dazu gehören Jugendzentren, Vereine und vielfältige Freizeitangebote, die Begegnung, Engagement und persönliche Entwicklung fördern. Gleichzeitig ist es wichtig, junge Menschen stärker in politische und gesellschaftliche Prozesse einzubinden, etwa durch Formate wie ein Jugendparlament.
Verlässliche Rahmenbedingungen im Alltag spielen dabei eine zentrale Rolle. Eine vielfältige Schullandschaft, dauerhaft gesicherte Schulsozialarbeit sowie ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr sorgen dafür, dass Jugendliche gut erreicht werden und ihre Angebote nutzen können. Ziel ist es, in Erftstadt attraktive und erreichbare Strukturen für junge Menschen zu schaffen, damit sie ihre Interessen einbringen und die Stadt aktiv mitgestalten können.
Jugendzentren
Jugendzentren sind zentrale Einrichtungen der offenen Jugendarbeit und bieten Jugendlichen betreute Räume für Austausch, Freizeit und persönliche Entwicklung. Sie schaffen verlässliche Strukturen, fördern soziale Kompetenzen und bieten Unterstützung im Alltag. Einrichtungen wie das Jugendcafé des Mobile in Lechenich, das Siju in Liblar im Gebäude der ehemaligen Hauptschule an der Bahnhofstraße sowie das Jugendzentrum in Köttingen leisten hier einen wichtigen Beitrag und müssen dauerhaft erhalten bleiben.
Um den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht zu werden, sind verlässliche und möglichst erweiterte Öffnungszeiten notwendig. Dafür braucht es ausreichend Personal, damit Angebote nicht eingeschränkt werden und Veranstaltungen weiterhin stattfinden können. Ergänzend können Kooperationen und Unterstützung durch Sponsoren helfen, zusätzliche Angebote zu ermöglichen.
Ziel ist es, Jugendzentren in Erftstadt als feste, verlässliche Anlaufstellen zu stärken und ihnen die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre wichtige Arbeit langfristig leisten können.
Jugendhütten
Jugendhütten bieten Jugendlichen die Möglichkeit, sich eigenständig zu treffen und Freizeit selbstbestimmt zu gestalten. Im Gegensatz zu Jugendzentren sind sie in der Regel nicht betreut und befinden sich häufig am Ortsrand. Gerade dadurch schaffen sie Freiräume, die für viele junge Menschen eine wichtige Ergänzung zu organisierten Angeboten darstellen.
Geplante Jugendhütten müssen jedoch auch tatsächlich umgesetzt werden. Zu oft ziehen sich Diskussionen so lange hin, dass die betroffenen Jugendlichen längst nicht mehr in der Zielgruppe sind. Das kann nicht der Anspruch sein. Hier braucht es klarere Prozesse, verbindliche Entscheidungen und eine zügige Realisierung.
Gleichzeitig sind verlässliche Rahmenbedingungen und eine gute Abstimmung zwischen Jugendlichen, Anwohnern und Verwaltung wichtig, um Konflikte zu vermeiden. Ziel ist es, Jugendhütten in Erftstadt als niedrigschwellige, selbstbestimmte und zeitnah verfügbare Treffpunkte zu sichern.
Jugendrat
unge Menschen sollen in Erftstadt echte Mitbestimmungsmöglichkeiten erhalten und ihre Interessen aktiv in politische Entscheidungen einbringen können. Ein Jugendrat oder Jugendparlament ist ein wichtiges Instrument, um die Beteiligung junger Menschen in der Kommunalpolitik zu stärken. Es ermöglicht Jugendlichen, ihre Anliegen direkt einzubringen, eigene Ideen zu entwickeln und politische Prozesse aktiv mitzugestalten. Formate wie das Speed Debating haben bereits gezeigt, dass Beteiligung in Erftstadt funktionieren kann und auf großes Interesse stößt.
Um diese Ansätze weiterzuentwickeln, braucht es feste Strukturen, klare Mitspracherechte und konkrete Projekte, in denen politische Beteiligung praktisch erlebbar wird. Beteiligung darf nicht punktuell bleiben, sondern muss dauerhaft angelegt und ernst genommen werden.
K
Katastrophenschutz
Ein wirksamer Katastrophenschutz ist für die Sicherheit der Menschen in Erftstadt unverzichtbar. Ziel ist es, Vorsorge, Infrastruktur und Einsatzstrukturen so aufzustellen, dass im Ernstfall schnell und zuverlässig gehandelt werden kann.
Katastrophenschutz umfasst alle Maßnahmen zur Vorsorge und Bewältigung von Krisen wie Starkregen, Überschwemmungen oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen. Dazu gehören funktionierende Frühwarnsysteme, eine belastbare Infrastruktur sowie klare und abgestimmte Abläufe. Die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe haben gezeigt, wie wichtig Vorbereitung, klare Zuständigkeiten und eingespielte Strukturen sind.
Ebenso entscheidend sind eine gut ausgestattete Feuerwehr, ein funktionierender Rettungsdienst sowie klare Alarm- und Kommunikationswege, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Neben der technischen Ausstattung kommt es vor allem auf regelmäßige Übungen und eine funktionierende Koordination aller Beteiligten an.
Erftstadt hat hierfür eine eigene Koordinierungsstelle eingerichtet. Diese muss sich jedoch stärker an konkreten Ergebnissen messen lassen. Bisher beschränken sich die sichtbaren Maßnahmen weitgehend auf einzelne Informationsangebote und die Begleitung bestehender Systeme. Gezielte Übungen, umfassende Konzepte und eine spürbare Weiterentwicklung des Katastrophenschutzes sind bislang nicht in ausreichendem Maße erkennbar. Der Katastrophenschutz in Erftstadt muss deutlich praxisnäher, verbindlicher und wirksamer aufgestellt werden, damit die Menschen im Ernstfall bestmöglich geschützt sind.
Kinder
Kinder sollen in Erftstadt gut und sicher aufwachsen können. Ziel ist es, ihnen die bestmöglichen Bedingungen für ihre Entwicklung und Entfaltung zu bieten und Familien im Alltag verlässlich zu unterstützen.
Gute Rahmenbedingungen für Kinder beginnen im Alltag der Familien. Die Stadt und die Politik müssen dort, wo sie Verantwortung tragen, für verlässliche Strukturen sorgen, die Familien entlasten und Kindern ein sicheres Umfeld bieten. Dazu gehören sichere Schulwege, verkehrsberuhigte Zonen und durchdachte Mobilitätskonzepte.
Ebenso wichtig sind moderne Schulen mit ausreichender Infrastruktur sowie verlässliche Betreuungsangebote. Im frühkindlichen Bereich spielen barrierefreie Kitas, gute Arbeitsbedingungen für Fachkräfte und frühzeitige Förderung eine zentrale Rolle. Ergänzend müssen Freizeit- und Sportangebote wohnortnah verfügbar sein, damit Kinder ihre Interessen entdecken und weiterentwickeln können.
Angebote wie Musikschulen, Sportvereine, moderne Spielplätze und Freiflächen sind wichtige Bausteine für eine ganzheitliche Entwicklung. In Erftstadt muss ein Umfeld geschaffen werden, in dem Kinder sicher aufwachsen, sich frei entfalten und ihre Interessen im Alltag vor Ort entwickeln können, während Familien spürbar unterstützt werden.
Kita
Verlässliche und qualitativ hochwertige Kita-Betreuung ist entscheidend für Familien in Erftstadt. Ziel ist es, ausreichend Plätze, gute Bedingungen für Kinder und Fachkräfte sowie funktionierende Strukturen im Alltag sicherzustellen.
In Erftstadt gibt es aktuell rund 35 Kitas im Stadtgebiet. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage hoch und die Platzvergabe erfolgt zentral bei begrenzten Kapazitäten. Wiederkehrende Notbetreuungen zeigen deutlich, wie angespannt die Situation ist. Betreuung muss für Familien verlässlich und planbar sein.
Dafür braucht es den weiteren Ausbau der Kita-Plätze, um eine wohnortnahe Versorgung zu ermöglichen. Ebenso wichtig sind bessere Betreuungsschlüssel und funktionierende organisatorische Abläufe. Viele Einrichtungen sind zudem nicht barrierefrei und das Fachpersonal arbeitet häufig unter hoher Belastung. Das ist kein Zustand, der dauerhaft tragbar ist.
Ergänzend müssen Betreuungsangebote stärker an die Lebensrealitäten angepasst werden. Kitas mit erweiterten Betreuungszeiten, etwa für Eltern im Schichtdienst beispielsweise im Gesundheitswesen, sollten zumindest in den größeren Stadtteilen vorgehalten werden, um eine verlässliche Betreuung auch außerhalb klassischer Zeiten zu ermöglichen.
Entscheidend sind darüber hinaus bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher, gezielte Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung sowie moderne und barrierefreie Einrichtungen. Gleichzeitig muss die frühkindliche Förderung gesichert und weiter gestärkt werden, damit Kinder in ihrer sprachlichen, sozialen und kreativen Entwicklung bestmöglich unterstützt werden.
So entsteht in Erftstadt eine Kita-Landschaft, die Familien im Alltag entlastet, Kindern gute Startbedingungen bietet und langfristig verlässlich funktioniert.
Klimaanpassung
Erftstadt muss sich aktiv an die Folgen des Klimawandels anpassen, um Lebensqualität und Sicherheit langfristig zu sichern. Ziel ist es, die Stadt widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Starkregen und weiteren Extremwetterereignissen zu machen.
Klimaanpassung umfasst alle Maßnahmen, die notwendig sind, um auf die bereits spürbaren Veränderungen durch den Klimawandel zu reagieren. Als Flächenkommune mit einer Mischung aus urbanen, ländlichen und naturnahen Gebieten ist Erftstadt in besonderer Weise gefordert, passende Lösungen zu entwickeln. Hitzewellen, Starkregen und längere Trockenperioden zeigen bereits heute, dass Handlungsbedarf besteht.
Entscheidend ist eine vorausschauende und integrierte Planung, die Schutz vor Extremwetterereignissen, nachhaltige Stadtentwicklung und den Erhalt natürlicher Ressourcen miteinander verbindet. Dazu gehören moderne Technologien, eine angepasste Infrastruktur sowie eine intelligente Stadtplanung, die langfristig wirkt und unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt.
Klimaanpassung betrifft alle Lebensbereiche und muss daher konsequent und strukturiert umgesetzt werden. Erftstadt muss sich frühzeitig auf veränderte Bedingungen einstellen und Maßnahmen entwickeln, die sowohl ökologisch sinnvoll als auch sozial tragfähig sind, um die Stadt zukunftssicher aufzustellen.
Klimaschutzkonzept
Das Klimaschutzkonzept der Stadt Erftstadt setzt ambitionierte Ziele, wirft aber Fragen zur Umsetzbarkeit und Wirksamkeit auf. Ziel muss es sein, aus theoretischen Ansätzen konkrete und wirksame Maßnahmen zu entwickeln.
Die Stadt Erftstadt verfolgt mit ihrem Klimaschutzkonzept das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2040. Die Ausgangslage ist klar: Ein Großteil der Emissionen entsteht in den Bereichen Wärme und Verkehr, weshalb hier die zentralen Herausforderungen liegen. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Berichte, dass viele Maßnahmen zunächst auf planerischer und konzeptioneller Ebene stattfinden und ihre Wirkung erst langfristig entfalten.
Zwar wurden wichtige Grundlagen geschaffen, etwa im Ausbau erneuerbarer Energien, in der kommunalen Wärmeplanung und in der nachhaltigen Stadtentwicklung. Dennoch bleibt offen, ob die Geschwindigkeit und Tiefe der Umsetzung ausreichen, um die gesetzten Ziele tatsächlich zu erreichen. Viele der ausgewiesenen Potenziale sind theoretisch vorhanden, müssen aber erst in konkrete Projekte überführt werden.
Auch der aktuelle Stand zeigt, dass bislang nur ein Teil der vorgesehenen Maßnahmen aktiv bearbeitet wird. Informationsangebote und Kampagnen sind sinnvoll, ersetzen jedoch keine konsequente Umsetzung vor Ort. Entscheidend wird sein, Projekte zu priorisieren, schneller in die Umsetzung zu kommen und Fortschritte messbar zu machen.
Das Klimaschutzkonzept muss sich daher stärker an der praktischen Umsetzbarkeit orientieren. Nur wenn aus Planungen konkrete Maßnahmen werden, die im Alltag sichtbar und wirksam sind, kann Erftstadt seine Klimaziele erreichen.
Kultur
Kultur ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität in Erftstadt und muss für alle Menschen zugänglich bleiben. Ziel ist es, bestehende Angebote zu sichern und kulturelle Vielfalt vor Ort weiterzuentwickeln.
Kulturelle Angebote schaffen Begegnung, Austausch und Identifikation mit der eigenen Stadt und leisten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, gerade auch in finanziell herausfordernden Zeiten. Erfahrungsgemäß geraten in Phasen knapper Kassen zuerst die sogenannten freiwilligen Leistungen im Bereich Kultur und Sport unter Druck. Umso wichtiger ist es, diese Angebote gezielt zu sichern und weiterzuentwickeln.
Dazu gehören Musikschulen, Büchereien, Vereine, Veranstaltungen und lokale Initiativen. Bestehende Angebote müssen so gut es geht erhalten bleiben und für die Menschen gut erreichbar sein. Gleichzeitig müssen verfügbare Fördermittel konsequent genutzt werden. Dafür braucht es ausreichend Personal in der Verwaltung, um Projekte zu entwickeln, zu beantragen und umzusetzen. Der zuletzt erfolgte Personalabbau in diesem Bereich erschwert dies erheblich und führt dazu, dass der Bereich Kultur grundsätzlich aktuell in vielen Punkten unklar ist und sich in Teilen in der Schwebe befindet.
Auch Vereine und Dorfgemeinschaften leisten einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben und müssen weiterhin unterstützt werden. Räume für Veranstaltungen, Lesungen und kulturelle Projekte sind dafür ebenso notwendig wie eine verlässliche Förderung. Interkulturelle Begegnungen sollen gezielt gestärkt werden, um Austausch und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Ergänzend sollten neue Formate geprüft werden, etwa ein zentrales Kulturgelände mit Naturbühne für Konzerte, Theater und Festivals. Damit kann Erftstadt auch als Kulturstandort gestärkt und über die Stadtgrenzen hinaus sichtbarer werden. Kulturangebote müssen bezahlbar und wohnortnah bleiben, damit sie im Alltag für alle Menschen erreichbar sind.
L
Landschaftsschutz
Landschaftsschutz ist entscheidend für Lebensqualität, Klima und Natur in Erftstadt. Ziel ist es, bestehende Naturräume zu erhalten, weiterzuentwickeln und zusätzliche Grünstrukturen zu schaffen.
Landschaftsschutz umfasst den Erhalt und die Entwicklung von Natur- und Freiräumen sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Flächen. Dazu gehören der Schutz bestehender Natur- und Landschaftsgebiete, die Reduzierung von Flächenversiegelung und die gezielte Aufwertung von Grünflächen. Mehr Bäume, Hecken und Blühflächen sowie die Vernetzung von Lebensräumen tragen dazu bei, Biodiversität zu stärken und das Stadtklima zu verbessern.
Bestehende Naturräume wie der Friesheimer Busch müssen konsequent geschützt und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig sollen Streuobstwiesen, Alleen und andere kulturhistorische Landschaftsformen erhalten und gepflegt werden. Ergänzend braucht es Programme zur Entsiegelung sowie klare Vorgaben, um weitere Flächenversiegelung zu begrenzen.
Darüber hinaus sollen zusätzliche Grünzüge geschaffen werden, die Stadtteile miteinander verbinden und Biotope vernetzen. Auch die Wiederbelebung von Alleen im Außenbereich sowie die Bepflanzung von Straßen und Freiflächen mit klimaresistenten Bäumen sind wichtige Maßnahmen. Ziel ist es, die Natur in Erftstadt zu bewahren, weiterzuentwickeln und für kommende Generationen zu sichern, während gleichzeitig die Lebensqualität vor Ort verbessert wird.
Liblarer See
Der Liblarer See ist ein zentraler Ort für Freizeit, Sport und Erholung in Erftstadt und muss in seiner Funktion gesichert und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, Nutzung, Naturschutz und Weiterentwicklung in Einklang zu bringen.
Die Seenlandschaft in Erftstadt ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität und bietet vielfältige Möglichkeiten für Freizeit, Sport und Erholung. Der Liblarer See nimmt dabei eine besondere Rolle ein und wird von vielen Menschen intensiv genutzt. Neben der Erholungsfunktion ist er auch ein bedeutender Standort für den Vereinssport. Der Segelclub sowie die Wassersportfreunde Liblar, die im Kanupolo auf hohem Wettkampfniveau aktiv sind, leisten hier wichtige Arbeit. Diese Strukturen müssen langfristig gesichert und in ihrer Entwicklung unterstützt werden.
Gleichzeitig stehen Weiterentwicklungsmaßnahmen im Fokus. Im Rahmen des Masterplans Liblar wurde das Landschaftsfenster an der Brühler Straße vorgesehen. Auch wenn aktuell erhebliche Bedenken seitens des Landesbetriebs Wald und Holz NRW sowie des Naturschutzbeirates des Rhein-Erft-Kreises bestehen und derzeit eine kleinere Lösung geprüft wird, halten wir an dem Vorhaben grundsätzlich fest.
Entscheidend ist, eine Lösung zu finden, die sowohl den Anforderungen des Naturschutzes als auch den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird. Der Liblarer See soll auch künftig ein attraktiver, gut nutzbarer und zugleich geschützter Raum bleiben, der Freizeit, Sport und Natur sinnvoll miteinander verbindet.
M
Mobic
Mobic ist ein wichtiger Baustein moderner und flexibler Mobilität in Erftstadt. Ziel ist es, das Angebot weiter auszubauen und sinnvoll in den Alltag zu integrieren. Mobic ergänzt den klassischen öffentlichen Nahverkehr und ermöglicht flexible Wege im Alltag. Als Leihradsystem schafft es eine wichtige Verbindung zwischen Bus, Bahn und dem eigenen Zielort und erleichtert insbesondere die Anbindung an Bahnhöfe und zentrale Punkte im Stadtgebiet.
Das Angebot wurde zuletzt weiter ausgebaut, unter anderem durch zusätzliche Räder und neue Stationen. Damit wird die Nutzung attraktiver und für mehr Menschen zugänglich. Gerade für kurze Strecken stellt Mobic eine sinnvolle Alternative zum Auto dar und trägt zu einer umweltfreundlicheren Mobilität bei.
Entscheidend ist, das System weiterzuentwickeln, bestehende Lücken zu schließen und die Nutzung noch stärker in den Alltag der Menschen zu integrieren. So können Wege in Erftstadt flexibler, einfacher und unabhängiger vom eigenen Auto zurückgelegt werden.
Mobie
On-Demand-Angebote wie Mobie können eine wichtige Ergänzung zum klassischen Nahverkehr sein und flexible Verbindungen im Alltag ermöglichen. Gerade für kleinere Ortsteile bietet ein Rufbussystem die Chance, fehlende Busverbindungen sinnvoll zu ersetzen und Mobilität bedarfsgerecht zu organisieren.
In Erftstadt wird Mobie derzeit vor allem als Ersatz für fehlende Busstrecken verstanden. In anderen Kommunen mit vergleichbaren Angeboten steht jedoch stärker der Servicegedanke im Vordergrund. Dort wird das System gezielt so weiterentwickelt, dass es auch darüber hinaus eine echte Ergänzung zum bestehenden Nahverkehr darstellt und für möglichst viele Menschen attraktiv ist.
In der Praxis zeigt sich auch, dass das Angebot aktuell noch nicht den Anforderungen vieler Nutzerinnen und Nutzer entspricht. Lange Wartezeiten, eingeschränkte Verfügbarkeit und die notwendige Buchung über eine App stellen für viele Menschen Hürden dar. Dadurch bleibt die Nutzung begrenzt und die Abhängigkeit vom eigenen Auto in allen Ortsteilen weiterhin hoch.
Mobie muss daher gezielt weiterentwickelt werden. Dazu gehören bessere Verfügbarkeit, kürzere Wartezeiten sowie alternative Buchungsmöglichkeiten, die für alle Generationen zugänglich sind. Auch eine stärkere Ausrichtung am Servicegedanken kann dazu beitragen, das System im Alltag attraktiver zu machen. So kann Mobie einen echten Beitrag zu einer flächendeckenden und modernen Mobilität in Erftstadt leisten.
Mobilität
Als Flächenkommune steht Erftstadt vor der Herausforderung, Mobilität für alle Stadtteile sicherzustellen. Der öffentliche Nahverkehr muss sich stärker am Alltag der Menschen orientieren. Dazu gehören bessere Taktungen, insbesondere in kleineren Stadtteilen sowie abends und am Wochenende, und eine bessere Abstimmung der Verbindungen. Die aktuelle Situation zeigt, dass viele Wege zwischen Stadtteilen wie Liblar, Lechenich, Gymnich oder Kierdorf nicht ausreichend abgedeckt sind und das Auto oft alternativlos bleibt.
Gleichzeitig braucht es mehr sichere Wege für Radfahrerinnen, Radfahrer und Fußgänger. Lücken im Radwegenetz, insbesondere zwischen Ortsteilen oder entlang stark befahrener Straßen, müssen geschlossen werden. Verkehrsberuhigte Zonen und sichere Schulwege tragen zusätzlich zur Lebensqualität bei, vor allem für Kinder und ältere Menschen.
Um klimafreundliche Alternativen attraktiver zu machen, sollen Carsharing-Angebote und Ladeinfrastrukturen für E-Mobilität weiter ausgebaut werden. Das Auto bleibt für viele Menschen notwendig, deshalb setzen wir auf ein sinnvolles Zusammenspiel aller Verkehrsmittel statt auf Verbote.
Mobilität in Erftstadt muss sich an den realen Bedürfnissen der Menschen orientieren und so gestaltet sein, dass Wege im Alltag zuverlässig, sicher und flexibel zurückgelegt werden können.
Musikschule
Die Musikschule ist ein zentraler Bestandteil der kulturellen Bildung in Erftstadt und muss in ihrer Qualität erhalten bleiben. Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu musikalischer Bildung zu ermöglichen. Eine städtische Musikschule bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Talente zu entdecken, sich kreativ zu entfalten und wichtige soziale sowie persönliche Kompetenzen zu entwickeln. Gerade in Zeiten finanzieller Belastungen für viele Familien sind solche Angebote von besonderer Bedeutung und müssen so ausgestaltet sein, dass sie für möglichst viele erreichbar bleiben.
Die Bernd Alois Zimmermann Musikschule ist eine der renommiertesten Einrichtungen ihrer Art und ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Erftstadt. Gleichzeitig steht sie vor neuen Herausforderungen. Der städtische Zuschuss wurde im Zuge der Haushaltsplanung auf rund 1,2 Millionen Euro gedeckelt. Damit wird deutlich, dass die Musikschule ihr Konzept weiterentwickeln und neue Wege gehen muss, um ihr Angebot langfristig zu sichern.
Programme wie JeKits, bei dem Musikschule und Grundschule zusammenarbeiten und Kinder frühzeitig an Musik herangeführt werden, sind dabei ein wichtiger Baustein. Sie ermöglichen einen niedrigschwelligen Einstieg und stärken gleichzeitig die Rolle der Musikschule im Bildungssystem.
Entscheidend bleibt, dass die Musikschule ausreichend Personal, verlässliche Strukturen und ein breites Angebot behält. Nur so kann sie auch künftig ein zentraler Bestandteil des kulturellen Lebens in Erftstadt bleiben und vielen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu musikalischer Bildung ermöglichen.
Müll
Der Umgang mit Müll in Erftstadt muss praktikabel, fair und für alle gut erreichbar organisiert sein. Ziel ist es, wilde Müllablagerungen zu reduzieren, bestehende Belastungen zu begrenzen und den aktuellen Service ohne größere Erhöhungen zu sichern.
Ein Beispiel ist die Entfernung zur kostenlosen Entsorgung am Standort in Kerpen-Manheim, die für viele Bürgerinnen und Bürger mit einer längeren Anfahrt verbunden ist und damit eine Hürde darstellen kann. Hier sollten Lösungen geprüft werden, um Entsorgungsangebote noch besser erreichbar und alltagstauglich zu gestalten.
Zusätzlich gibt es in einzelnen Stadtteilen wie Köttingen und Kirdorf Hinweise auf Geruchsbelästigungen. Der geplante Ausbau der Deponie in der Ville wurde von uns kritisch gesehen, ist jedoch von der Ratsmehrheit beschlossen worden. Umso wichtiger ist es, die daraus entstehenden Belastungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.
N
Nachhaltigkeit
Natur
Die Natur in Erftstadt bietet großes Potenzial für Erholung und Lebensqualität und muss besser vernetzt und zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, bestehende Naturräume aufzuwerten und im Alltag besser nutzbar zu machen.Erftstadt verfügt mit seiner Seenlandschaft, dem Verlauf der Erft, der Gymnicher Mühle und dem Friesheimer Busch über vielfältige Natur- und Erholungsräume. Auch die offenen Landschaftsräume zwischen den Dörfern prägen das Stadtbild und bieten wichtige Rückzugsorte für Mensch und Natur. Dieses Potenzial wird bislang nur teilweise genutzt.
Ein zentrales Problem ist die fehlende Vernetzung. Wege sind oft nicht durchgängig ausgeschildert, Verbindungen zwischen einzelnen Orten unklar oder lückenhaft. Besonders die Anbindung vom Bahnhof Liblar aus ist derzeit nicht ausreichend erkennbar und erschwert den Zugang zu diesen Bereichen.
Diese Orte müssen besser miteinander verbunden und gezielt erschlossen werden. Dazu gehören klare Wegeführungen, bessere Beschilderung und eine stärkere Einbindung in bestehende Strukturen. Gleichzeitig sollten landschaftstypische Elemente wie Hecken entlang von Wegen wieder stärker in den Fokus rücken, um die Landschaft aufzuwerten, Lebensräume zu verbinden und das Erscheinungsbild zu verbessern.
Naturschutz
Naturschutz ist in Erftstadt eine zentrale Aufgabe, um die biologische Vielfalt zu erhalten und die Lebensräume langfristig zu sichern. Ziel ist es, bestehende Schutzgebiete zu stärken und Natur konsequent in der Stadtentwicklung mitzudenken. Erftstadt verfügt mit mehreren Naturschutzgebieten über wertvolle Rückzugsräume für Tier- und Pflanzenarten. Besonders der Friesheimer Busch mit seiner hohen Bedeutung für Flora und Vogelwelt zeigt, welches Potenzial in diesen Flächen steckt. Diese Gebiete müssen nicht nur geschützt, sondern auch aktiv weiterentwickelt werden.
Grundlage dafür sind bestehende Planungen wie der Landschaftsplan „Rekultivierte Ville“, der Entwicklungs- und Pflegemaßnahmen vorgibt. Gleichzeitig zeigt sich, dass Naturschutz in der Praxis oft nicht konsequent genug umgesetzt wird. Trotz bestehender Schutzflächen werden weiterhin Flächen versiegelt, ohne dass Ausgleichsmaßnahmen ausreichend greifen oder sichtbar werden.
Naturschutz muss daher verbindlicher in der Stadtplanung berücksichtigt werden. Dazu gehören mehr Blühflächen, zusätzliche Grünzüge und eine bessere Vernetzung bestehender Lebensräume, etwa zwischen Liblar, Lechenich und den umliegenden Ortsteilen. Auch konkrete Maßnahmen wie Nistmöglichkeiten an öffentlichen Gebäuden oder die gezielte Förderung heimischer Pflanzen sollten stärker umgesetzt werden.
Ergänzend kann die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger einen wichtigen Beitrag leisten, etwa durch Beratung und Angebote zur naturnahen Gestaltung von Gärten. So kann Naturschutz in Erftstadt nicht nur gesichert, sondern aktiv weiterentwickelt und im Alltag sichtbar gemacht werden.
Neubaugebiet
Neubaugebiete müssen in Erftstadt schneller, besser geplant und konsequent umgesetzt werden. Ziel ist es, bezahlbaren und attraktiven Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den steigenden Druck auf den Wohnungsmarkt abzufedern, moderates Wachstum zu ermöglichen und Abwanderung zu verhindern. Die Entwicklung von Neubaugebieten in Erftstadt dauert oft zu lange und ist nicht immer konsequent an einer sinnvollen Stadtentwicklung ausgerichtet. Häufig entscheidet die Verfügbarkeit von Flächen oder privatwirtschaftliche Interessen einzelner darüber, wo gebaut wird, und nicht, was städtebaulich sinnvoll ist. Dadurch entstehen Verzögerungen und nicht immer die besten Lösungen für die Gesamtentwicklung der Stadt.
Ein wichtiges Ziel ist es, den Ortsteilen ein moderates Wachstum zu ermöglichen, ohne sie zu überfordern. Gleichzeitig muss Abwanderung verhindert werden. Gerade junge Menschen weichen zunehmend in umliegende Kommunen wie Weilerswist oder Kerpen aus, weil dort schneller, günstiger und mit moderneren Konzepten gebaut wird.
Hinzu kommt der wachsende Druck aus Köln, da Wohnraum dort immer knapper und teurer wird. Diese Entwicklung darf nicht dazu führen, dass die Preise in Erftstadt weiter steigen und die eigene Bevölkerung verdrängt wird.
Mit Projekten wie Lechenich West, dem Bereich am Ville-Campus oder in Bliesheim entlang der Autobahn sind wichtige Neubaugebiete in Planung. Diese gehen teilweise in die richtige Richtung, insbesondere mit moderneren Konzepten, die Umsetzung wird jedoch noch Jahre dauern.
Neubaugebiete müssen daher deutlich schneller entwickelt und von Anfang an ganzheitlich geplant werden. Dazu gehören eine gute Anbindung, wohnortnahe Versorgung, ausreichend Grünflächen sowie ein ausgewogener Mix aus unterschiedlichen Wohnformen und bezahlbarem Wohnraum. So entstehen in Erftstadt attraktive Wohngebiete, die bestehende Bedarfe decken, moderates Wachstum ermöglichen und die Lebensqualität vor Ort sichern.
O
Offene Ganztagsschule (OGS)
Der offene Ganztag ist ein zentraler Baustein für Bildung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ziel ist es, ausreichend Plätze zu schaffen und die Qualität der Betreuung zu sichern. Der Bedarf an OGS-Plätzen ist in Erftstadt seit Jahren hoch. Besonders in größeren Stadtteilen wie Liblar und Lechenich übersteigt die Nachfrage das vorhandene Angebot. Der offene Ganztag ist eine wichtige Voraussetzung dafür, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren und Kindern verlässliche Strukturen im Alltag zu bieten.
Schulen sind dabei nicht nur Lernorte, sondern auch Orte der sozialen Entwicklung, der Verständigung und der gesellschaftlichen Teilhabe. Entsprechend wichtig ist ein funktionierender und gut ausgestatteter Ganztag.
Um die Situation zu verbessern, müssen die Kapazitäten gezielt ausgebaut werden. Dazu gehören zusätzliche Räume, mehr Personal und verlässliche Strukturen. Gleichzeitig ist eine faire und sozial ausgewogene Gestaltung der Beiträge wichtig, um Familien zu entlasten.
So kann der offene Ganztag in Erftstadt verlässlich funktionieren und einen wichtigen Beitrag für Bildung, Betreuung und den Alltag von Familien leisten.
Öffentliche Ordnung
Öffentliche Ordnung muss im Alltag spürbar sein. Ziel ist es, Sauberkeit, Sicherheit und ein funktionierendes Miteinander im öffentlichen Raum zu gewährleisten. Viele Menschen in Erftstadt sind mit der aktuellen Situation im öffentlichen Raum unzufrieden. Themen wie mangelnde Sauberkeit, wilder Müll, ungepflegte Bereiche oder ungeordnetes Parken werden immer wieder angesprochen und beeinträchtigen das Stadtbild sowie das Sicherheitsgefühl.
Öffentliche Ordnung umfasst dabei mehr als nur einzelne Maßnahmen. Es geht um ein funktionierendes Zusammenspiel aus Sauberkeit, klaren Regeln und deren konsequenter Durchsetzung. Dazu gehören eine bessere Pflege öffentlicher Flächen, ein konsequenteres Vorgehen gegen wilde Müllablagerungen sowie klare und kontrollierte Parkregelungen, insbesondere in Wohngebieten und Ortszentren.
Auch Angsträume wie schlecht beleuchtete Wege oder Unterführungen spielen weiterhin eine Rolle und müssen systematisch erfasst und zügig verbessert werden. Gleichzeitig braucht es insgesamt mehr Präsenz und Sichtbarkeit von Ordnung und Kontrolle im öffentlichen Raum.
Erftstadt muss hier konsequenter handeln, damit sich die Menschen in allen Stadtteilen wohl und sicher fühlen und der öffentliche Raum wieder als verlässlicher Bestandteil des Alltags wahrgenommen wird.
Ordnungsamt
Viele Bürgerinnen und Bürger nehmen das Ordnungsamt im Alltag nur wenig wahr. Gleichzeitig werden Verstöße im öffentlichen Raum regelmäßig kritisiert, etwa beim Falschparken, an Schulwegen oder in Wohngebieten. Hinzu kommt, dass die Präsenz des Ordnungsamts häufig als ungleichmäßig wahrgenommen wird. An manchen Orten wird regelmäßig kontrolliert, während Bereiche mit höherem Konfliktpotenzial deutlich seltener berücksichtigt werden.
Das Ordnungsamt muss daher sichtbarer und vor allem gezielter eingesetzt werden. Eine stärkere und gleichmäßigere Präsenz im Stadtgebiet kann dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Gerade dort, wo es regelmäßig zu Konflikten kommt, braucht es verlässliche Kontrollen und klare Ansprechpartner.
Die Verwaltung hat für diese Aufgaben zusätzliche Stellen gefordert, um die öffentliche Ordnung verlässlich sicherzustellen. Diese wurden jedoch von der Ratsmehrheit nicht bewilligt. Stattdessen sollen einzelne Aufgaben, etwa die Überwachung des ruhenden Verkehrs, verstärkt durch Minijobber übernommen werden.
Dies sehen wir kritisch. Öffentliche Ordnung erfordert Kontinuität, Erfahrung und klare Zuständigkeiten. Nur so kann das Ordnungsamt seine Aufgaben zuverlässig erfüllen und im Alltag wieder stärker wahrgenommen werden.
ÖPNV
Der öffentliche Nahverkehr in Erftstadt muss verlässlicher, besser abgestimmt und alltagstauglicher werden. Ziel ist es, den ÖPNV zu einer echten Alternative zum Auto zu machen. Die Qualität des ÖPNV in Erftstadt wird von vielen Menschen als unzureichend wahrgenommen. Busverbindungen fahren oft zu selten, sind nicht gut aufeinander abgestimmt oder decken bestimmte Zeiten, insbesondere abends, nicht ausreichend ab. Dadurch ist der öffentliche Nahverkehr für viele keine echte Alternative zum Auto. Besonders Jugendliche und ältere Menschen sind davon betroffen.
Als Flächenkommune ist Erftstadt darauf angewiesen, dass auch kleinere Ortsteile gut angebunden sind. Gleichzeitig ist klar, dass zentrale Rahmenbedingungen nicht allein auf kommunaler Ebene gelöst werden können. Deshalb müssen Land und Rhein-Erft-Kreis stärker in eine moderne, digitale und leistungsfähige Infrastruktur investieren.
Der barrierefreie Ausbau von Haltestellen und Fahrzeugen ist in den letzten Jahren bereits vorangekommen und muss konsequent weitergeführt werden. Gleichzeitig braucht es eine bessere Taktung, verlässliche Anschlüsse und eine Planung, die sich stärker am tatsächlichen Alltag der Menschen orientiert. Auch die Anbindung von Naherholungsgebieten wie der Ville sollte verbessert werden.
P
Parkraum
Parkraum in Erftstadt muss besser organisiert und an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Ziel ist es, Engpässe zu entschärfen und gleichzeitig Sicherheit und Erreichbarkeit zu gewährleisten. In allen Ortsteilen Erftstadts ist Parkraum zunehmend knapp. Neben den Zentren zeigt sich der Druck auch in Wohngebieten und in den kleineren Straßendörfern. Fahrzeuge können oft nicht auf den eigenen Grundstücken abgestellt werden, wodurch sich die Parksituation im öffentlichen Raum weiter verschärft.
Die Folge sind unübersichtliche Situationen und teilweise zugeparkte Straßen, bei denen Rettungswege nicht mehr zuverlässig frei bleiben. Das stellt ein ernstes Sicherheitsproblem dar und muss konsequent angegangen werden.
Eine klassische Parkraumbewirtschaftung sehen wir kritisch. Sie führt häufig zu Verdrängungseffekten in angrenzende Bereiche, verursacht hohe Investitionskosten und kann insbesondere in den Ortskernen zusätzliche Probleme schaffen, etwa durch eine schlechtere Erreichbarkeit und mögliche Leerstände im Einzelhandel, auch vor dem Hintergrund des zunehmenden Online-Handels.
Stattdessen müssen die Lebensrealitäten der Menschen stärker berücksichtigt werden. Dazu gehört, ausreichend Parkraum einzuplanen, bestehende Flächen besser zu organisieren und gezielt dort Lösungen zu entwickeln, wo der Bedarf tatsächlich besteht. Gleichzeitig sollten vorhandene Parkflächen modernisiert werden, etwa durch Überdachungen mit Photovoltaik, was bislang kaum genutzt wird.
So kann die Parksituation in Erftstadt insgesamt verbessert werden, ohne zusätzliche Belastungen zu schaffen, und gleichzeitig die Sicherheit im öffentlichen Raum gewährleistet werden.
Personal
Eine funktionierende Verwaltung braucht ausreichend Personal und verlässliche Strukturen. Ziel ist es, Arbeitsfähigkeit zu sichern und Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger wieder zuverlässiger zu erbringen.In vielen Bereichen der Stadtverwaltung zeigt sich eine angespannte Personalsituation. Stellen sind unbesetzt, Aufgaben können nicht vollständig abgearbeitet werden und notwendige Projekte verzögern sich. Gleichzeitig berichten viele Bürgerinnen und Bürger von langen Bearbeitungszeiten oder ausbleibenden Rückmeldungen.
Auch intern wird die Belastung deutlich. Überlastungsanzeigen, ein hoher Krankenstand und eine zunehmende Abwanderung von Fachkräften zeigen, dass die Situation strukturelle Ursachen hat. Fehlende Perspektiven, geringe Bindung und begrenzte Anreize erschweren es zusätzlich, neue Mitarbeitende zu gewinnen und dauerhaft zu halten.
Sparmaßnahmen dürfen nicht weiter auf dem Rücken des Personals ausgetragen werden. Eine leistungsfähige Verwaltung braucht ausreichend Personal, klare Zuständigkeiten und moderne Arbeitsbedingungen. Dazu gehören auch der Ausbau digitaler Prozesse sowie bessere Rahmenbedingungen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.
Nur so kann die Verwaltung ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen und den Bürgerinnen und Bürgern wieder schnellere und verlässlichere Abläufe im Alltag bieten.
Photovoltaik
Photovoltaik auf städtischen Gebäuden muss in Erftstadt konsequent ausgebaut werden. Ziel ist es, Energiekosten zu senken, unabhängiger zu werden und die Stadt als Vorbild in der Energiewende aufzustellen. Erftstadt verfügt über zahlreiche geeignete Dachflächen auf öffentlichen Gebäuden, die bislang nur teilweise für Photovoltaik genutzt werden. Schulen, Sporthallen und Verwaltungsgebäude bieten ein großes Potenzial, das deutlich konsequenter ausgeschöpft werden muss.
Der Ausbau von Photovoltaik ist dabei nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Von der Energiewende sollen nicht nur Bürgerinnen und Bürger profitieren, sondern auch der städtische Haushalt. Durch eigene Stromerzeugung können langfristig Energiekosten gesenkt und finanzielle Spielräume geschaffen werden.
Dafür sind zunächst gezielte Investitionen notwendig. Perspektivisch sollte die Installation von Photovoltaikanlagen auf allen geeigneten städtischen Gebäuden zum Standard werden, sofern die baulichen Voraussetzungen wie Statik erfüllt sind.
Erftstadt kann hier eine klare Vorbildfunktion einnehmen und zeigen, wie kommunale Gebäude aktiv zur Energiewende beitragen, während gleichzeitig die Kosten für die Stadt und die Nutzerinnen und Nutzer langfristig reduziert werden.
Pflege
Pflege und Betreuung müssen in Erftstadt verlässlich, wohnortnah und zukunftsfähig aufgestellt werden. Ziel ist es, ausreichend Angebote zu schaffen und Menschen ein Leben im gewohnten Umfeld zu ermöglichen. Pflege umfasst weit mehr als stationäre Einrichtungen. Sie reicht von ambulanter Unterstützung im Alltag über Tagespflegeangebote bis hin zu stationären Pflegeplätzen und ist ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur. Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigt der Bedarf an diesen Angeboten auch in Erftstadt kontinuierlich an.
Gleichzeitig zeigen sich bereits heute Lücken. In einigen Ortsteilen fehlen wohnortnahe Pflege- und Betreuungsangebote, sodass Angehörige oft weite Wege organisieren müssen oder zusätzliche Belastungen entstehen.
Die Pflegeinfrastruktur muss daher gezielt ausgebaut und stärker dezentral gedacht werden. Dazu gehören mehr Pflegeplätze, zusätzliche ambulante Angebote und eine bessere Verteilung im Stadtgebiet. Ebenso wichtig ist es, bestehende Strukturen zu stärken und neue Wohn- und Betreuungsformen zu ermöglichen.
So kann sichergestellt werden, dass Menschen auch im Alter oder bei Unterstützungsbedarf möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können und Familien im Alltag entlastet werden.
Q
R
Radwege
Radfahren in Erftstadt muss sicherer, durchgängiger und alltagstauglicher werden. Ziel ist es, eine verlässliche Infrastruktur zu schaffen, die das Fahrrad zu einer echten Alternative macht. Radwege sind ein zentraler Bestandteil moderner Mobilität und wichtig für Alltag, Freizeit und den Weg zur Schule oder Arbeit. Dafür braucht es eine sichere und durchgängige Infrastruktur, die verschiedene Verkehrsmittel sinnvoll miteinander vernetzt.
In Erftstadt bestehen hier weiterhin deutliche Lücken. Viele Radwege sind nicht durchgängig, befinden sich in einem schlechten Zustand oder entsprechen nicht den heutigen Sicherheitsstandards. Teilweise führen sie über stark befahrene Straßen. Verbindungen zwischen Ortsteilen wie Liblar, Lechenich und Gymnich sind unzureichend ausgebaut. Auch sichere Abstellmöglichkeiten, etwa am Bahnhof Liblar, sind begrenzt.
Erftstadt muss daher fahrradfreundlicher werden. Dazu gehört die konsequente Umsetzung eines Radverkehrskonzepts, das bestehende Lücken schließt, den Zustand der Wege verbessert und sichere, durchgehende Verbindungen schafft. Fahrradinfrastruktur muss so gestaltet sein, dass sie für Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Freizeitfahrende gleichermaßen geeignet ist.
So wird das Fahrrad im Alltag eine verlässliche und sichere Alternative und die Mobilität in Erftstadt insgesamt gestärkt.
Reinigung
Sauberkeit im öffentlichen Raum und in städtischen Einrichtungen muss in Erftstadt stärker priorisiert werden. Ziel ist es, ein gepflegtes Umfeld und verlässliche Standards im Alltag zu gewährleisten. Sauberkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität und betrifft sowohl den öffentlichen Raum als auch städtische Einrichtungen. In Erftstadt wird in verschiedenen Bereichen, insbesondere in den Ortszentren, immer wieder mangelnde Reinigung thematisiert. Überfüllte Mülleimer, ungepflegte Grünflächen und Verschmutzungen fallen zunehmend auf und werden von vielen Menschen als störend empfunden.
Auch in städtischen Gebäuden, insbesondere in Schulen und Kitas, gab es in der Vergangenheit zahlreiche Beschwerden zur Reinigungssituation. Zwar konnten hier bereits Verbesserungen erzielt werden, dennoch ist die Situation noch nicht zufriedenstellend und erfordert weitere Anstrengungen.
Die Reinigung und Pflege müssen daher insgesamt stärker priorisiert und verlässlicher organisiert werden. Dazu gehören häufigere Leerungen im öffentlichen Raum, klare Zuständigkeiten sowie verbindliche Standards für die Reinigung in städtischen Einrichtungen.
Ein gepflegtes Umfeld trägt maßgeblich dazu bei, dass sich Menschen wohlfühlen und öffentliche wie auch soziale Einrichtungen gut genutzt werden können. Erftstadt muss hier ein verlässliches Niveau erreichen und dauerhaft sichern.
Rettungsdienst
Der Rettungsdienst ist ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und entscheidet im Ernstfall über schnelle Hilfe und medizinische Versorgung. Gerade in einer Flächenkommune wie Erftstadt zeigen sich jedoch Unterschiede in der Erreichbarkeit.
Um die Versorgung zu verbessern, müssen bestehende Strukturen weiterentwickelt und geplante Maßnahmen zügig umgesetzt werden. Dazu gehört insbesondere die Umsetzung von Standorten wie in Friesheim, die im Rettungsdienstbedarfsplan des Rhein-Erft-Kreises vorgesehen sind und schnell realisiert werden müssen.
Ergänzend bietet die im Bedarfsplan vorgesehene First-Responder-App die Möglichkeit, qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer in der Nähe eines Notfalls schnell zu alarmieren und so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Die Stadt sollte sich daher auf Kreisebene aktiv für deren Einführung einsetzen.
So kann die Notfallversorgung in Erftstadt insgesamt verbessert und sichergestellt werden, dass Hilfe im Ernstfall schneller bei den Menschen ankommt.
S
Schule
Die Bildungslandschaft in Erftstadt muss sich an den aktuellen Bedürfnissen der Familien orientieren. Schulen sind zentrale Orte für Bildung, Entwicklung und soziale Teilhabe und müssen entsprechend ausgestattet und aufgestellt sein.
Viele Schulgebäude sind sanierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Gleichzeitig verlassen täglich rund 1.000 Schülerinnen und Schüler Erftstadt, weil sie hier keine passende Schulform finden. Das zeigt deutlich, dass das bestehende Angebot nicht ausreicht.
Eine vielfältige Schullandschaft, die allen Kindern und Jugendlichen gerecht wird, ist daher entscheidend. Diskussionen über neue Schulformen machen deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig braucht es moderne Gebäude, eine gute digitale Ausstattung und verlässliche Rahmenbedingungen für den Schulalltag.
So kann sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche in Erftstadt gute Bedingungen vorfinden und wohnortnah die Schule besuchen können.
Schülerrat
Schullandschaft
Schulwege
Schwimmbad
Senioren
Sicherheit
Solarenergie
Sozialpolitik
Spielplatzkonzept
Spielplätze
Sport
Sportplätze
Stadtbild
Stadtentwicklung
Stadtentwicklungsbetrieb (SEB)
Stadtgesellschaft
Stadtplanung
Stadtteile
Stadtwerke
Städtischer Haushalt
Straßen
T
Technische Hochschule (TH Köln)
Mit der Ansiedlung der TH Köln und dem Center for Innovation with Nature (CEIN) entsteht in Erftstadt ein innovatives Forschungs- und Transferzentrum. Der Fokus liegt auf Themen wie Klimaschutz, nachhaltige Ressourcennutzung und klimaresiliente Stadtentwicklung.
Damit entwickelt sich Erftstadt zunehmend zu einem Standort für Wissenschaft und Innovation. Dies bringt neue Impulse für Wirtschaft, Arbeitsplätze und die Weiterentwicklung der Stadt mit sich. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen, etwa bei Infrastruktur, Wohnraum und Anbindung.
Entscheidend ist, diese Entwicklung aktiv zu begleiten und sinnvoll in bestehende Strukturen zu integrieren. Dazu gehören eine gute verkehrliche Anbindung, ausreichend Wohnraum sowie die Vernetzung mit lokalen Unternehmen und Einrichtungen.
So kann Erftstadt langfristig von der Ansiedlung profitieren und sich als moderner Standort für Bildung, Forschung und Innovation weiterentwickeln.
Teilhabe
Teilhabe umfasst die Möglichkeit, unabhängig von Alter, Einkommen oder persönlichen Voraussetzungen am gesellschaftlichen Leben mitzuwirken. Dazu gehört insbesondere, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt Zugang zu Angeboten in den Bereichen Bildung, Kultur, Mobilität und Freizeit haben.
In Erftstadt spielen Einrichtungen wie Musikschule, Büchereien und öffentliche Angebote eine wichtige Rolle, weil sie Begegnung ermöglichen und Menschen zusammenbringen. Gleichzeitig bestehen im Alltag weiterhin Barrieren, sei es durch fehlende Barrierefreiheit, unzureichende Informationen oder eingeschränkte Zugänge.
Teilhabe muss daher konsequent mitgedacht werden. Angebote müssen barrierefrei, erreichbar und verlässlich gestaltet sein. Auch die Umsetzung konkreter Maßnahmen, etwa bei Gebäuden, Wegen oder Informationsangeboten, ist entscheidend, damit Teilhabe nicht nur ein Anspruch bleibt, sondern im Alltag funktioniert.
So wird sichergestellt, dass alle Menschen in Erftstadt die Möglichkeit haben, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und sich einzubringen.
Tiere
Tierschutz und der Erhalt von Lebensräumen sind wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Ziel ist es, Lebensbedingungen für Tiere in Erftstadt zu sichern und zu verbessern. Tiere sind ein wichtiger Teil unseres Ökosystems und tragen wesentlich zu einer intakten Umwelt bei. Der Schutz ihrer Lebensräume ist daher eine zentrale Aufgabe kommunaler Politik.
In Erftstadt gilt es, bestehende Lebensräume zu erhalten und gezielt auszubauen. Dazu gehören Blühflächen, Hecken und naturnahe Grünanlagen, die Rückzugsorte und Nahrungsquellen bieten. Gleichzeitig müssen Lebensräume besser miteinander vernetzt werden, damit sich Tierarten langfristig stabil entwickeln können.
Auch konkrete Maßnahmen im Alltag spielen eine wichtige Rolle. Nistmöglichkeiten an öffentlichen Gebäuden, die Förderung heimischer Pflanzen sowie Beratungsangebote für eine naturnahe Gartengestaltung können dazu beitragen, den Lebensraum für Tiere im gesamten Stadtgebiet zu verbessern.
So kann Erftstadt einen aktiven Beitrag zum Tierschutz leisten und gleichzeitig die ökologische Vielfalt vor Ort stärken.
Tiny-Haus-Siedlung
Neue Wohnformen wie Tiny Houses können das Wohnangebot in Erftstadt sinnvoll ergänzen. Ziel ist es, zusätzliche bezahlbare und flexible Wohnmöglichkeiten zu schaffen. Tiny Houses stehen für kompakte, ressourcenschonende Wohnformen und können eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen Wohnungsbau sein. Sie bieten insbesondere für junge Menschen, Alleinstehende oder ältere Menschen neue Möglichkeiten, bezahlbar und angepasst an die eigene Lebenssituation zu wohnen.
In Erftstadt sollten daher geeignete Flächen geprüft werden, auf denen solche Konzepte umgesetzt werden können. Dabei ist wichtig, dass Tiny-Haus-Siedlungen sinnvoll in bestehende Strukturen eingebunden werden und über eine funktionierende Infrastruktur verfügen.
Neue Wohnformen können dazu beitragen, den Wohnungsmarkt zu entlasten und gleichzeitig nachhaltigere Bau- und Wohnkonzepte zu fördern. So entsteht zusätzlicher Wohnraum, der flexibel nutzbar ist und unterschiedliche Lebensentwürfe besser berücksichtigt.
Tourismus
Erftstadt bietet mit seiner Seenlandschaft, der Gymnicher Mühle und den historischen Ortsteilen vielfältige Möglichkeiten für Naherholung und Tourismus. Schon vor vielen Jahrzehnten kamen Menschen aus den umliegenden Städten gezielt in die Region, um hier ihre Freizeit zu verbringen. An dieses Potenzial gilt es wieder anzuknüpfen.
Viele dieser Angebote sind vorhanden, werden jedoch bislang nicht ausreichend vernetzt oder sichtbar gemacht. Es fehlt an einer klaren Vermarktung sowie an einer stärkeren Verbindung zwischen Natur, Geschichte und Freizeitangeboten.
Der Tourismus in Erftstadt sollte daher gezielt weiterentwickelt werden. Dazu gehören der Ausbau von Rad- und Wanderwegen, attraktive Aufenthaltsorte sowie Veranstaltungen, die Besucherinnen und Besucher anziehen. Gleichzeitig müssen bestehende Angebote besser miteinander verknüpft und erreichbar gemacht werden.
So kann Erftstadt als Naherholungsort gestärkt werden, wovon sowohl die Bürgerinnen und Bürger als auch die lokale Wirtschaft profitieren.
U
Unternehmen
Eine zukunftssichere Wirtschaft braucht neben den bestehenden Betrieben auch neue Unternehmen, die innovative Lösungen für die Herausforderungen der kommenden Jahre entwickeln. Besonders in den Bereichen Digitalisierung, Technik, Energie und Ökologie werden die Anforderungen weiter wachsen.
In Erftstadt gilt es daher, die vorhandene Wirtschaftsstruktur zu stärken und gleichzeitig neue Entwicklungen zu ermöglichen. Bestehende Unternehmen müssen unterstützt werden, während gezielt neue Betriebe angesiedelt werden sollten, etwa in den Gewerbegebieten zwischen Liblar und Lechenich oder in Friesheim.
Ein wichtiger Baustein ist die stärkere Vernetzung von Unternehmen, Start-ups und Bildungseinrichtungen. So können Ausbildung, Fachkräfteentwicklung und Arbeitsplätze direkt vor Ort entstehen. Gleichzeitig müssen bürokratische Hürden reduziert und Verfahren vereinfacht werden, damit sich Unternehmen bewusst für den Standort Erftstadt entscheiden.
So kann Erftstadt wirtschaftlich weiter wachsen und langfristig gute Arbeitsplätze und Perspektiven für die Menschen vor Ort sichern.
Umwelt
Die Umwelt in Erftstadt prägt direkt den Alltag und die Lebensqualität der Menschen. Grünflächen, Parks und Naherholungsgebiete bieten Raum für Erholung, Bewegung und Begegnung und sind gleichzeitig wichtig für das Stadtklima.
Diese Flächen müssen nicht nur erhalten, sondern gezielt weiterentwickelt werden. Dazu gehören Blühwiesen, zusätzliche Bäume und eine hochwertige Pflege bestehender Anlagen. Gerade Bereiche wie Liblar oder entlang der Ville zeigen, welches Potenzial in gut gestalteten Grünräumen steckt.
Das Motto „Tür an Tür mit der Natur“ muss dabei endlich wieder gelebte Praxis werden und darf nicht nur ein Slogan bleiben. Entscheidend ist eine nachhaltige Pflege und eine konsequente Weiterentwicklung der Grünflächen, damit sie langfristig erhalten bleiben und ihren Beitrag für Umwelt und Lebensqualität leisten.
So kann Erftstadt seine Grünräume stärken, das Stadtklima verbessern und die Lebensqualität für alle dauerhaft erhöhen.
Umweltschutz
Umweltschutz muss in Erftstadt konsequent in allen Entscheidungen mitgedacht werden. Ziel ist es, Natur zu schützen, Ressourcen nachhaltig zu nutzen und die Lebensqualität langfristig zu sichern.
Eine gesunde und naturnahe Umwelt ist ein zunehmend wichtiger Standortfaktor und prägt die Lebensqualität der Menschen direkt. Gleichzeitig steht die Stadt in der Verantwortung, ihre Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen von Umweltveränderungen, Extremwetter und steigenden Belastungen zu schützen.
Umweltschutz darf daher kein Einzelthema sein, sondern muss fest in allen politischen Entscheidungen verankert werden. Dazu gehört, Flächenversiegelung zu reduzieren, Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten und nachhaltige Nutzungskonzepte umzusetzen.
Konkrete Maßnahmen sind unter anderem naturnahe Bepflanzung, mehr Blühstreifen sowie die bessere Vernetzung von Lebensräumen. Auch klare Vorgaben gegen Schottergärten sind notwendig, um ökologische Flächen zu sichern. Gleichzeitig sollten Bürgerinnen und Bürger stärker unterstützt werden, ihre Grundstücke umweltfreundlich und naturnah zu gestalten.
So kann Erftstadt seine natürlichen Grundlagen schützen und gleichzeitig eine lebenswerte Umgebung für kommende Generationen sichern.
Umweltzentrum
Umweltbildung ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung und schafft Verständnis für Natur, Klima und ökologische Zusammenhänge. Gerade auf kommunaler Ebene können solche Angebote dazu beitragen, Menschen frühzeitig für Umwelt- und Naturschutz zu sensibilisieren.
Erftstadt verfügt mit seinen Naturflächen über großes Potenzial, diese als Lern- und Erlebnisräume zu nutzen. Orte wie der Friesheimer Busch oder die Gymnicher Mühle bieten bereits heute gute Voraussetzungen, werden jedoch noch nicht ausreichend miteinander vernetzt oder gezielt weiterentwickelt.
Diese Standorte sollten stärker verbunden und als Umweltbildungsorte ausgebaut werden. Dazu gehören verständliche Informationen, Angebote für Schulen und Familien sowie die Möglichkeit, Natur aktiv zu erleben.
So kann Umwelt in Erftstadt nicht nur genutzt, sondern auch besser verstanden werden und Umweltbildung zu einem festen Bestandteil des Alltags werden.
V
VHS
Die Volkshochschule ist ein zentraler Baustein für Bildung und Weiterbildung in Erftstadt. Ziel ist es, das Angebot weiter auszubauen und die neuen Möglichkeiten konsequent zu nutzen.
Eine starke Volkshochschule ist unverzichtbar für berufliche und gesellschaftliche Bildung. Sie ermöglicht lebenslanges Lernen und bietet Menschen die Chance, sich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erwerben. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Wandel gewinnt Weiterbildung zunehmend an Bedeutung.
Mit dem sanierten Gebäude am Marienplatz als Haus der Erwachsenenbildung wurde in Erftstadt eine wichtige Grundlage geschaffen. Verwaltung und Kursangebote sind nun an einem zentralen, modernen Standort gebündelt, was die Organisation verbessert und die Angebote deutlich attraktiver macht.
Darauf muss weiter aufgebaut werden. Die Weiterbildungsangebote sollten gezielt erweitert und an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden, damit möglichst viele Menschen davon profitieren können.
So bleibt lebenslanges Lernen in Erftstadt möglich und die Volkshochschule ein starker Bestandteil der Bildungslandschaft vor Ort.
Vereine
Vereine sind ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Erftstadt. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen zu verbessern und das Ehrenamt nachhaltig zu stärken. Vereine sind das Rückgrat unserer Flächenkommune und bieten allen Bürgerinnen und Bürgern wichtige Orte für Begegnung, Gemeinschaft und Engagement. Neben Sportvereinen leisten auch Kulturvereine einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Leben und prägen das Miteinander in den Ortsteilen.
Damit dieses Engagement bestehen bleibt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören weniger Bürokratie, eine bessere Vernetzung sowie zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, etwa durch Kooperationen mit lokalen Unternehmen.
Gleichzeitig wird sich die Rolle der Vereine in Zukunft weiter verändern. In vielen Bereichen wird erwartet, dass sie zusätzliche Aufgaben übernehmen und stärker Verantwortung für Angebote und Strukturen vor Ort tragen. Dafür brauchen sie verlässliche Unterstützung und Planungssicherheit.
Hinzu kommt, dass viele Vereine durch den Zustand der Infrastruktur belastet werden. Sanierungsstau, mangelnde Pflege und teilweise desolate Sportstätten erschweren den Betrieb und mindern die Attraktivität des Angebots.
Hier besteht konkreter Handlungsbedarf. Vereinsarbeit muss gestärkt und gleichzeitig die Infrastruktur verlässlich instand gehalten und weiterentwickelt werden.
Verkehr
Verkehr in Erftstadt muss zuverlässig, sicher und alltagstauglich organisiert sein. Ziel ist es, alle Verkehrsmittel sinnvoll zu verknüpfen und bestehende Probleme konkret zu lösen. Verkehr betrifft den Alltag aller Bürgerinnen und Bürger und muss so gestaltet sein, dass Wege verlässlich, sicher und möglichst unkompliziert zurückgelegt werden können. In einer Flächenkommune wie Erftstadt ist dabei ein ausgewogenes Zusammenspiel aller Verkehrsmittel entscheidend.
Aktuell zeigen sich jedoch an vielen Stellen Probleme. Verbindungen zwischen Ortsteilen sind teilweise unzureichend, der Verkehrsfluss ist an einigen Punkten gestört und Wohngebiete werden durch Verkehr zusätzlich belastet. Gleichzeitig bestehen Defizite bei sicheren Wegen für Fußgänger und Radfahrer.
Ein funktionierendes Verkehrskonzept muss diese Herausforderungen gemeinsam betrachten. Dazu gehören bessere Busverbindungen, sichere und durchgängige Radwege sowie eine gezielte Steuerung des Verkehrs, um Abläufe zu verbessern. Auch Wohngebiete müssen entlastet und gleichzeitig sicherer gestaltet werden.
Das Auto bleibt für viele Menschen notwendig. Deshalb setzen wir auf ein Miteinander aller Verkehrsmittel statt auf Einschränkungen. So kann Mobilität in Erftstadt insgesamt verbessert und stärker an den tatsächlichen Alltag angepasst werden.
Die Umwandlung von Straßen in verkehrsberuhigte Bereiche muss nachvollziehbar, abgestimmt und im Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern erfolgen. Ziel ist es, Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig Akzeptanz zu schaffen. In Erftstadt betrifft die Umwandlung von Straßen in verkehrsberuhigte Bereiche viele Ortsteile. Hintergrund ist eine bestehende gesetzliche Regelung, nach der Straßen, die nicht den heutigen Standards entsprechen, etwa bei Gehwegen oder Ausbauzustand, entsprechend angepasst werden müssen. Diese Vorgaben bestehen bereits seit langer Zeit, werden nun jedoch verstärkt durch die Bezirksregierung eingefordert.
Für viele Anwohnerinnen und Anwohner sorgt diese Entwicklung für Verunsicherung. Oft ist unklar, welche konkreten Auswirkungen die Umstellung hat und was sich im Alltag tatsächlich verändert.
Deshalb ist es wichtig, diesen Prozess transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Bürgerinnen und Bürger müssen frühzeitig informiert und aktiv eingebunden werden. Nur so können konkrete Situationen vor Ort berücksichtigt und tragfähige Lösungen entwickelt werden.
Die Umstellung darf nicht nur formal erfolgen, sondern muss sinnvoll begleitet werden. So können verkehrsberuhigte Bereiche zur Sicherheit beitragen und gleichzeitig von den Menschen vor Ort akzeptiert werden.
Verwaltung
Die Verwaltung muss bürgernah, effizient und handlungsfähig sein. Ziel ist es, Abläufe zu verbessern und den Service für die Bürgerinnen und Bürger deutlich zu stärken. Die Verwaltung ist der zentrale Ansprechpartner für viele Anliegen im Alltag und muss zuverlässig, transparent und serviceorientiert arbeiten. Sie soll für die Bürgerinnen und Bürger funktionieren und nicht umgekehrt.
In Erftstadt besteht weiterhin Verbesserungsbedarf. Abläufe sind oft zu langsam, Prozesse zu kompliziert und digitale Angebote noch nicht ausreichend ausgebaut. Viele Anliegen könnten einfacher und schneller bearbeitet werden.
Deshalb müssen Verwaltungsprozesse modernisiert und konsequent digitalisiert werden. Anträge sollten unkompliziert online gestellt und bearbeitet werden können, Bearbeitungszeiten müssen verkürzt und Abläufe transparenter gestaltet werden.
Gleichzeitig braucht eine funktionierende Verwaltung auch gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden. Nur so kann die Handlungsfähigkeit dauerhaft gesichert werden.
So entsteht eine bürgernahe Verwaltung, die Anliegen ernst nimmt, effizient arbeitet und den Alltag der Menschen spürbar erleichtert.
W
Wasserversorgung
Die Wasserversorgung in Erftstadt ist klar organisiert und in Versorgungsgebiete aufgeteilt. Die Stadtwerke Erftstadt versorgen die Stadtteile Gymnich, Dirmerzheim, Konradsheim, Kierdorf, Köttingen, Lechenich, Herrig, Ahrem, Liblar und Blessem zuverlässig mit Trinkwasser. Die übrigen Stadtteile Bliesheim, Friesheim, Niederberg, Borr, Scheuren und Erp beziehen ihr Wasser über das Verbandswasserwerk Euskirchen.
Diese Struktur sorgt für eine stabile Versorgung. Wichtig ist, die Versorgung insgesamt langfristig abzusichern und die Infrastruktur in allen Bereichen zuverlässig zu betreiben und weiterzuentwickeln.
Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahren Veränderungen an, die frühzeitig berücksichtigt werden müssen. Mit dem Ende der Tagebautätigkeit, insbesondere in Garzweiler und Hambach, wird der Grundwasserspiegel wieder ansteigen. Diese Entwicklung kann Auswirkungen auf Infrastruktur, Gebäude und die Wasserwirtschaft insgesamt haben.
Deshalb ist eine vorausschauende Planung entscheidend. Leitungsnetze, Entwässerungssysteme und Schutzmaßnahmen müssen an die veränderten Bedingungen angepasst werden. Auch die Abstimmung zwischen den verschiedenen Versorgern und zuständigen Stellen wird an Bedeutung gewinnen.
Windenergie
Wirtschaft
Eine starke und zukunftsfähige Wirtschaft ist die Grundlage für Arbeitsplätze und eine handlungsfähige Stadt. Ziel ist es, bestehende Betriebe zu stärken und neue Unternehmen gezielt anzusiedeln. Eine leistungsfähige Wirtschaft sorgt dafür, dass Arbeitsplätze vor Ort entstehen und Erftstadt finanziell handlungsfähig bleibt. Gleichzeitig ist sie entscheidend für lebendige Innenstädte und eine stabile Entwicklung der gesamten Stadt.
In Erftstadt gilt es, bestehende Unternehmen, inhabergeführte Geschäfte und Dienstleister gezielt zu unterstützen und gleichzeitig neue Betriebe anzusiedeln, etwa in den Gewerbegebieten zwischen Liblar und Lechenich oder im Bereich Friesheim. Dabei spielen moderne Branchen, eine gute Infrastruktur und schnelle, verlässliche Verwaltungsprozesse eine zentrale Rolle.
Zukunftsfähige Wirtschaftspolitik bedeutet auch, neue Netzwerke zu schaffen. Start-ups, etablierte Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollten stärker miteinander vernetzt werden, damit Innovation, Ausbildung und Arbeitsplätze direkt vor Ort entstehen können. Gleichzeitig müssen bürokratische Hürden reduziert und Gründungen erleichtert werden.
Neue Gewerbeflächen sollten ressourcenschonend entwickelt und gut erreichbar sein. So kann Erftstadt als Wirtschafts- und Innovationsstandort weiter an Attraktivität gewinnen und langfristig stabile Arbeitsplätze sichern.
Wohnen
Wohnen ist ein Grundbedürfnis und ein zentraler Bestandteil der Lebensqualität. In Erftstadt stehen viele Menschen unter Druck, weil Wohnraum knapp ist und die Kosten steigen. Das betrifft die gesamte Stadtgesellschaft.
Deshalb muss bezahlbarer Wohnraum gezielt geschaffen und langfristig gesichert werden. Neue Wohngebiete sollten unterschiedliche Wohnformen ermöglichen, von Einfamilienhäusern über Mietwohnungen bis hin zu alternativen Konzepten. Ein fester Anteil an gefördertem Wohnraum ist dabei entscheidend, um Mieten dauerhaft bezahlbar zu halten.
Eine besondere Rolle kommt dabei dem Stadtentwicklungsbetrieb (SEB) zu, der künftig stärker selbst im Wohnungsbau aktiv werden sollte. So kann die Stadt direkten Einfluss auf die Entwicklung von Wohnraum nehmen und gezielt bezahlbare Angebote schaffen.
Gleichzeitig dürfen bestehende Wohngebiete nicht aus dem Blick geraten. Sie müssen weiterentwickelt und an heutige Anforderungen angepasst werden, damit sie langfristig attraktiv und lebenswert bleiben.
So kann sichergestellt werden, dass alle Bürgerinnen und Bürger in Erftstadt passenden und bezahlbaren Wohnraum finden und auch in Zukunft gut hier leben können.